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Vollabnahme TÜV Berlin Desaster

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10 Jahre 7 Monate her #144514 von Johnny-1951
Zuviel Lenkungsspiel war schon immer für den TÜV relevant,
damals gab es die Faustregel, über Finger breit nachstellen oder erneuern,
sonst gab es keine Plakette.

--- Gruß Werner ---
Wirklich weise ist, wer mehr Träume hat, als die Realität zerstören kann.

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10 Jahre 7 Monate her #144515 von Moosi
So kenn ichs auch noch.

Moosi

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10 Jahre 7 Monate her #144516 von losgehts
Hi Lukas,
Warum versuchst du nicht den Weg über deine Daimler Service Stelle und das die den TÜV und h machen.
Kostet am Ende auch nicht mehr das TÜV Gebühren gleich sind, lediglich die Voruntersuchung kostet evtl. Etwas.
Die Mercedes Kollegen werden den Wagen auch nur zum TÜV freigeben wenn sie ihn selber für TÜV fähig halten.
Sollte dein Lenkspiel also zu groß sein, werden sie dir mit der Nachstellung helfen, im ungünstigen Fall aber auch ein neues anbieten. Das dient aber auch deiner Sicherheit.
Zumindest kennen die Kollegen die wichtigen Punkte, können beim Prüfer erklären warum das evtl. so sein muss und du bekommst den Wagen durch.
Versuchs doch so rum.
Ansonsten hat im Osten die Dekra die Macht zur Vollabnahme, ist auch eine Möglichkeit obwohl auch hier alle nach den selben Regeln spielen.....

Gruß volker

Hobbyschrauber Jeep Cj 5 V8, verkauft, Ponton 180 Bj. 59, verkauft
Mercedes 350 SL 4.5 Bj 1972 fertig, Mercedes Ponton 220s Bj. 1956 mit Faltdach im Zulauf

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10 Jahre 7 Monate her #144517 von maeranha
Vor dem Austausch des Lenkgetriebes erstmal die Lenkkupplung anschauen......die ist es sehr oft
Kostet dann auch nur einen Bruchteil....
Kann man leicht auf der Bühne feststellen....

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10 Jahre 7 Monate her #144518 von Roadstolett
Hallo Lucas,

nicht verzweifeln - alles wird gut. Nimm dir und deinem SL notfalls eine Auszeit.

Wenn das Spiel am Lenkrad, welches du ja selbst auch wahrgenommen hast, nicht vom Lenkgestänge und nicht von der Lagerung des Lenkzwischenhebels und auch nicht, wie maeranha erwägt, von der Lenkungskupplung herrührt, intakte Radaufhängung und Radlagerung voirausgesetzt, dann geht der Leerweg am Lenkrad auf Verschleiß im Lenkgetriebe zurück. Das muss Mann bei diesem Fahrzeugtyp einkalkulieren, wie eben auch Bremsklötze verschleißen und Reifen sich abfahren. Und ab einem bestimmten Zustand muss Mann dann handeln.

Ich denke nicht, dass das Werkstattpersonal vorrangig und in übersteigertem Eigeninteresse die Absicht hat, dir das Leben schwer und den Geldbeutel leicht zu machen. Die haben eben, so nehme ich an, bei der Vorbereitung deines Fahrzeugs für die technische Untersuchung diesen Mangel festgestellt und - ob nun objektiv oder subjektiv - für relevant erklärt. Auch wenn dir das im Moment nicht in den Kram passt - ich kann es nachempfinden - so ist doch festzuhalten, dass die Untersuchung eines Fahrzeugs hinsichtlich der Verkehrssicherheit eine gewisse Berechtigung hat und dass dann festgestellte Mängel in Ordnung zu bringen sind.

Ja, beim Lenkungsspiel wird der eine noch tolerieren, was der andere gar nicht erwähnt, ein dritter dagegen als verkehrsunsicher einstuft und das Auto womöglich nicht mehr vom Hof lassen will. Das geht aber weniger auf Wohlgesonnenheit oder Boshaftigkeit zurück, sondern, schlichtweg auf eine subjektive Wahrnehmung und Bewertung.

Letztlich ist aber nicht das (Vor-) Urteil des Werkstattpersonals relevant, sondern das des Prüfers.

Mann mag kurz über den vorausgegangen Satz nachdenken, denn dieser ist nicht unerheblich.

Freilich mag der Prüfer unter Umständen vom Werkstattmann sensibilisiert werden, schließlich arbeitet man ja Hand in Hand. Nun denn - jetzt gilt es, einen Weg aus der Krise zu finden.

Wenn es mein Fahrzeug wäre, würde ich folgendermaßen vorgehen:

1. Mit dem Werkstattpersonal reden. Das vorhandene, selbst wahrgenommene Spiel bestätigen und mich auch für den Hinweis und für die gewissenhafte Vorprüfung bedanken.

2. Schildern, dass ein neues Lenkgetriebe jetzt im Moment - falls es denn so ist - alle weiteren Schritte erübrigt, weil, sollte ein Austausch jetzt sofort tatsächlich unumgänglich sein, du das Projekt erst einmal auf Eis legen müsstest - falls dies so ist.

3. Fragen, ob die Werkstatt in der Lage ist, das Lenkungsspiel, wie vom Hersteller vorgesehen, nachzustellen. (Vermutlich nicht oder niemand will die Arbeit verantworten).

4. Freundlich den Werkstattmann darauf hinweisen, dass das Spiel von einer anderen Werkstatt als noch tolerierbar eingestuft wurde und dass du darum bittest, die Prüfung durch die DEKRA ohne Austausch des Lenkgetriebes vornehmen zu lassen. Sollte die Abnahme nicht erfolgreich enden, wären der Ausgang und die Kosten dein Risiko. Die Werkstatt sichert sich, verständlicherweise, gerne ab und schließt deshalb im Vorfeld jeden erdenklichen Mangel nach Möglichkeit aus. Schließlich will man sich als Werkstattmeister nicht vom Kunden vorhalten lassen, weshalb das eigene Schätzchen trotz teuer bezahlter Vorbereitung die Prüfung nicht bestanden hat. Außerdem ist der Werkstattmann auch gegenüber dem Prüfer, ob dessen Vertrauensvorschuss, in gewisser Weise in der Pflicht.

5. Die Alternative

Gerd schrieb:

"Das Lenkgetriebe lässt sich auch nachstellen (hier mal danach suchen)"

"auch die Umlenkung unten beachten, daran kann es auch liegen."

So ist es. Unter der Voraussetzung, dass das Lenkgestänge einschließlich der Lagerung Lenkzwischenhebel (beim Linkslenker rechts am Längsträger) sowie Lenkungskupplung und Radaufhängung in Ordnung sind, liegt Spiel im Lenkgetriebe selbst vor.

Mann kann es nachstellen, sollte dazu aber über ausreichend Erfahrung und Gefühl oder über Erfahrung und das dafür konzipierte Spezialwerkzeug verfügen. Eigentlich sollte es auch die Werkstatt können, in der dein SL steht. Eigentlich. Viele haben das Werkzeug nicht, haben die Erfahrung nicht oder lehnen die Verantwortung für eine Nachstellung ab. Dies, obwohl eine solche ja herstellerseitig, abhängig vom Lenkgetriebe, prinzipiell vorgesehen ist.

Ich werde mich hüten, hier eine Anleitung zu verfassen, wie der Laie am Lenkgetriebe experimentieren kann. Was ich aber tun möchte, ist die Zusammenhänge und ein mögliches, fachmännisches Vorgehen aufzeigen:

Mit vorhandenem Spezialwerkzeug:

Vom Lenkstockhebel (das ist der Hebel, welcher am Lenkgetriebe montiert und vom Lenkgetriebe beim Lenken geschwenkt wird) mit einem Abzieher bzw. Ausdrücker das Gelenk der Spurstange sowie das Gelenk der Lenkstange ("mittlere Spurstange") abdrücken. Die beiden Lenkungsteile beiseite schieben, so dass der Lenkstockhebel frei schwenken kann. Damit ist das Lenkgetriebe vom Lenkgestänge abgekoppelt.

Stern aus der Prallplatte des Lenkrades - sofern ohne Airbag! - heraushebeln.

Den Reibwertmesser (Spezialwerkzeug) an der Lenkradverschraubung ansetzen. Das Alu-Drehteil zur Führung des Werkzeugs in die Prallplatte einsetzen und mit dem Werkzeug das Lenkrad mehrfach von Anschlag zu Anschlag drehen. Der Motor bleibt aus, also Prüfung und Einstellung erfolgen ohne Servo-Unterstützung. Nun kann der vorhandene Reibwert ermittelt werden. Etwas unfachmännisch gesprochen: "Wie leicht oder wie schwer lässt sich die Lenkung drehen".

Der Reibwert wird insbesondere im Bereich der Geradeausstellung relativ gering sein. Daher rührt auch das spürbare Spiel. In den äußeren Bereichen, die logischerweise weniger verschleißen als um die Mittellage herum, wird der Reibwert merklich höher sein. Und genau darin besteht die Gefahr, wenn der Laie oder der (fahr-) lässige Fachmann willkürlich an der Einstellschraube dreht:

Die Einstellschraube befindet sich auf der Oberseite des Lenkgetriebes. Es dürfte ein 6 mm oder 8 mm Innensechskant (Inbus) sein, die Kontermutter ca. Schlüsselweite 22 mm - geschätzt. Steht aber sicher alles in den Werkstattunterlagen, die Schlüsselweiten sind jetzt mal nicht das Thema.

Das Problem ist, dass Mann, je nach Motorisierung, sehr schlecht an die Einstellschraube herankommt. Mitunter sieht man sie nicht, kann sie nur, von oben oder von unten, ertasten. Es gibt ein MB Spezialwerkzeug, mit dem Mann von unten die nicht einsehbare Mutter lösen soll. Es ist schwer, mit diesem Gynäkologentool das Drehmoment zum lösen aufzubringen. Leichter ginge es bei ausgebauter Lenkung, dann jedoch, ob eines fehlendes Adapters, nicht mit dem Reibwertmesser.

Zum einstellen stecke ich immer zuerst den Inbusschlüssel in den Innensechskant und merke mir die Position, also in welche Richtung der Schlüssel bei der vorgefundenen Ausgangssituation zeigt. Dann die Kontermutter lösen. Aufgrund der Platzverhältnisse ist das leichter gesagt als getan.

Mit dem Lösen der Kontermutter wird sich der Inbusschlüssel mitdrehen. Dadurch ist das Lenkungsspiel schon verändert. Deshalb bei nun gelöster Kontermutter den Inbusschlüssel (Kontermutter gegenhalten) wieder in die Ausgangsposition drehen. Von dort aus wird, wenn man das Spiel verkleinern will, bei der Servolenkung die Einstellschraube nicht hinein, sondern herausgedreht. Die erste halbe Umdrehung geht das wahrscheinlich ohne spürbaren Widerstand. Ab etwa einer 3/4 Umdrehung wird man Widerstand spüren.

Worin besteht nun die Gefahr? Diese besteht darin, dass der Laie die Schraube einfach so weit herausdreht, dass die Lenkung um die Mittellage herum nahezu spielfrei ist. Doch was wäre zu schön um wahr zu sein, denn nun kann die Lenkung in den Randbereichen klemmen.

Die Kunst, ein Lenkgetriebe einzustellen, besteht somit darin, dem Lenkgetriebe um die Mittellage herum möglichst viel Spiel zu nehmen, dabei aber noch so viel Spiel zu belassen, dass die Lenkung in den Außenbereichen keinen zu hohen Reibwert aufweist, also nicht klemmt.

Mit dem Reibwertmesser, letztlich ein Drehmomentmesser, kann das Spiel innerhalb der vorgeschriebenen Toleranz eingestellt werden. Das geht aber nur, wenn ein gewisser Verschleißzustand noch nicht überschritten ist. Mann kann aber, mit einem Zugeständnis an ein verbleibendes, merklich geringeres Spiel als zuvor, die meisten Lenkungen weiterhin nutzen.

Stand mir das Werkzeug nicht zur Verfügung, habe ich die Einstellschraube, je nach Ausgangssituation, eine halbe bis 3/4 Umdrehung herausgedreht. Entscheidend ist, dass die Lenkung an keiner Stelle schwergängig ist, was nur bei vom Lenkgestänge abgekoppelter Lenkung vernünftig beurteilt werden kann. Wie sich ein schwergängiger Bereich anfühlt, spürt man, wenn man die Schraube zu weit herausgedreht hat.

Mann bekommt Spiel einer alten Lenkung nicht auf Anhieb weg, kann es aber in der Regel zumindest so weit verringern, dass es sicherheitstechnisch unbedenklich ist, ohne dass die Lenkung dabei Schaden nimmt. Der Vorteil: Wird das Spiel in mehreren Schritten nachgestellt, wird durch den zwischenzeitlichen Fahrbetrieb der Unterschied zwischen Mittellage und Randbereich geringer, was dann eine weitere Nachstellung erlaubt das Spiel somit weiter reduziert werden kann.

Entscheidend ist, wie sich die Lenkung nach der Nachstellung außerhalb der Mittellage zeigt - das ist entscheidend.

Wie gesagt, das soll ausdrücklich keine Anleitung sein, sondern eine Schilderung der Zusammenhänge, der Chancen und der Risiken.

Wünsche eine extra Portion Durchhaltevermögen, Glück und Geduld.

Winni

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10 Jahre 7 Monate her #144519 von FrankEinsNullSieben
Vorab: Mein SL hat ca. 550.000 km runter und noch immer das erste originale Lenkgetriebe drin. Noch nie hat der TÜV das Spiel bemängelt (ich in der Vergangenheit hingegen schon). Daher hab ich nach und nach ein paar Dinge machen lassen, z.B.:

Das Lenkgetriebe kann man nachstellen, i.d.R. nur einmal und mit Vorsicht, sollte ein Fachmann machen (Werkstatt). Nicht zu stark nachstellen, sonst droht Blockade.
Spurstangen erneuern hilft auch merklich.
Neue Lager für die Querlenker u.+o. helfen auch.

Alle diese Maßnahmen haben jeweils das Spiel verringert und das Lenkgefühl deutlich verbessert. Wie gesagt, sogar ein sehr altes Lenkgetriebe muß deswegen nicht auf den Müll. Ich schätze, bei meinem Wagen war der Verschleiß sogar eher höher, da er vom ersten Tag an auf Breitreifen unterwegs war (225/60 bzw. 235/55), mit Serienbereifung wär das Lenkgetriebe vermutlich stärker geschont worden.

Nicht verzweifeln ... wobei ein neues Lenkgetriebe (bzw. ein teuer überarbeitetes) kein Garant für minimales Lenkungsspiel ist, wenn Spurstangenköpfe ausgeschlagen sind und die Vorderachslager verschlissen/verhärtet. Da wackelts trotzdem vorne.

Grüße, Frank

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