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Scheunenfund 280SL- will nicht aus eigener Kraft laufen.
Ich bin Andreas und das ist mein erster Beitrag. Da ich Corona bedingt aktuell nicht arbeiten kann, habe ich mir einen Traum erfüllt und restauriere seit nun 2 Monaten meinen ersten Oldtimer, einen 280SL Bj. 1983. Die Beiträge des Forums über die letzten gut 20 Jahre haben mir enorm geholfen, vielen Dank und ein grosses Lob an alle beteiligten an dieser Stelle!
Zum Auto:
Stand 13 Jahre trocken in einer Scheune, gute Substanz beim Thema Rost. Leider einen ATM verbaut, (M110.984), Getriebe matching.
Lapisblau- metallic, innen Grau. Frankreich Ausführung. Leider keine Papiere vorhanden und keinerlei Historie, dafür konnte ich ihn für schmalen Euro kaufen.
Zum Problem:
Der Motor läuft seit vorgestern, allerdings nur, wenn die Stauscheibe von Hand ca. einen cm ausgelenkt wird. Er läuft dann erstaunlich gut bei ca. 1500-2000 rpm. Wenn ich loslasse wird die Stauscheibe sofort zugedrückt und er geht aus. Ebenfalls wird die Stauscheibe bei Starter Betätigung gar nicht oder nur ca. 2mm nach unten gesaugt. Die Düsen spritzen aber erst bei ca. einem cm Auslenkung ein. Es scheint als wäre der Gegendruck der Scheibe viel zu gross, bzw. der Unterdruck zu gering....Wenn er läuft nimmt er nur schleppend Gas an über die Auslenkung der Scheibe, via Gasgestänge säuft/ stirbt er ab. Meine Vermutung Steuerkolben, bzw. MT generell? Bevor ich diesen jetzt teuer überholen lasse, würde ich mich über eure Einschätzung freuen.
Zu den Fakten:
Drücke: Steuerdruck kalt 0,8 bar bei 8 Grad (Scheibe leichtgängig, an warmem Motor rund 2 bar Scheibe schwer zu drücken.
Mit angeschlossenem Heizungsstecker am WLR steigt der Steuerdruck kalt schnell auf 1,8bar)
Steuerdruck warm 3,8 bar
Systemdruck 5,5 bar
Haltedruck 2,8 nach 10 und 2,7 nach 20 min.
Neu verbaut:
Kraftstoffpumpenpacket inkl. Sieb, Schläuche etc. Einspritzdüsen inkl. Hülsen und Dichtungen neu, Kerzen neu. Druckdämpfer kein Sprit aus Leckleitunug= okay? WLR komplett überholen lassen, da Steuerdruck ca. 4 bar kalt war. (Gemacht bei Warmlaufregler.de (N. Belmann), 195 € inkl. messen und einstellen auf Prüfstand.)
Alle Test gemäss WIS Fördermenge etc. in Ordnung.
Ich zitiere zum Abschluss einen Beitrag aus 2012 der mein Problem gut beschreibt. " Wenn ich die Stauscheibe herunterdrücke wird Kraftstoff gefördert, aber die Stauscheibe hat einen zu grossen Wiederstand, so als wäre der Steuerdruck viel zu hoch und der Ansaugunterdruck bekommt die Stauscheibe nicht aufgesogen"
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und freue mich auf einen anregenden Austausch.
Viele Grüsse aus dem Raum Stuttgart
Andy
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also original hattest Du einen Motor nach Energiekonzept ab 9/81. Das Problem ist jetzt auch, ob Motor und Einspritzausrüstung zusammen passen oder ob da ein Motor vor Energiekonzept mit Komponenten danach gemischt wurde. Meine Aussagen beziehen sich also auf den originalen Motor.
Du solltest einen 0 438 140 103 Warmlaufregler haben. 0,8 Bar bei 8°C passen dann. An diesem WLR passt auch der warme Steuerdruck im Leerlauf von 3,8 Bar. Da er eine Volllastanreicherung hat, wäre noch der Wert ohne Unterdruck zu messen. Sollte so bei 3,0 Bar liegen. Dein Haltedruck liegt über dem Minimum, was gut ist.
Deine Beschreibung der Freigängigkeit der Stauscheibe macht mich stutzig und klingt ein wenig als ob der Steuerkolben schwergängig wäre. Zunächst es sollte der Luftmengenmesser (LMM) 0 438 120 115 und der Mengenteiler (MT) 0 438 100 069 sein. Wenn die Pumpe läuft, sollte die Stauscheibe ein klein wenig freigängig sein und dann auf den Steuerkolben mit etwas Widerstand treffen. Dieser Punkt darf sich bei wiederholtem Drücken nicht verschieben. Deine Beschreibung hört sich etwas an, als ob der Steuerkolben schwergängig ist. Beim 2. Drücken würde der Leerweg der Stauscheibe dann größer sein. Danach wäre das Leerlauf CO mit einem Abgasmesser einzustellen.
Daneben ist zu prüfen, dass die Stauscheibe zentrisch und in der richtigen Höhe in Nulllage sitzt. Das ist im Werkstatthandbuch unter 07.3-245 Stauscheibe erneuern, zentrieren und Nullage der Stauscheibe prüfen und einstellen beschrieben.
Viele Schraubergrüße - best regards, Volker, Admin und Betreiber
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danke für deine Antwort. LMM und MT sind die von dir genannten verbaut, der WLR allerdings mit 0 438 140 057. Laut der Tabelle in der WIS ist der kompatibel mit dem M110.984. Der Motor ist in meinem Auto auch definitv einige 10k Kilometer gelaufen, der Verschmutzung nach zu urteilen.
Das von dir beschriebene Spiel (ich glaube 1-2mm laut WIS?) hat die Scheibe nicht, egal bei welchem Steuerdruck. Schon bei ~ 2bar St.Druck braucht es gefühlt die 10 fache Kraft die Schreibe auszulenken, das kann doch nicht normal sein? Was ebenfalls für den Steuerkolben sprechen würde ist, dass die Gasannahme/ Drehzahlerhöhung aber auch Reduzierung stark verzögert erfolgt.
Lage und Höhe der Scheibe sieht gut aus. Das Phänomen mit dem zweiten drücken passiert nur, wenn die Pumpe nicht läuft. Auch nicht korrekt nehme ich an ist das hörbare Einspritzen erst ab einer Auslenkung von gut einem Zentimeter? Da läuft er dann mit ~1500 rpm.
Für mein Verständnis nochmal, nur der Steuerdruck übt die Gegenkraft auf den Steuerkolben aus? Den Systemdruckregler habe ich noch nicht geprüft, sollte aber keinen Einfluss auf die Problematik haben oder?
Liebe Grüsse
Andy
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mit einem M110.984 hast Du ja einen Motor vor Energiekonzept. Dazu gehört dann der WLR 0 438 140 057. Die 3,8 Bar warmer Steuerdruck sind dann gerade noch an der oberen Toleranz.
1cm Leerweg der Stauscheibe scheint viel. Den Widerstand, den Du beim Runterdrücken beschreibst, erscheint auch zu hoch. Und ja der Steuerdruck drückt den Kolben runter.
Ich vermute also einen zu schwergängigen Steuerkolben sowie falsch eingestellte Leerlaufschraube.
Viele Schraubergrüße - best regards, Volker, Admin und Betreiber
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das heisst es läuft wie vermutet leider auf den Steuerkolben/ MT raus...
Gibt es noch einen Trick den ich versuchen kann bevor ich ihn überholen lasse? Z.B. mal eine nach in WD40 legen oder so?
Zum Thema MT überholen, wer hat da aktuelle Empfehlungen und grobe Preise?
Der Dr. Mengenteiler ist ganz bei mir in der Nähe, da hört man eigentlich nur Gutes.
@ Volker, zur Leerlaufschraube gibt es da eine Grundeinstellung? sieht ziemlich weit rausgedreht aus.
Schönen Sonntag allerseits
Grüsse Andy
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wenn Du den MT abnimmst und die Rausfallsicherung des Steuerkolbens entfernst, kann Du den mit einer Zange am Zapfen unten greifen und raus ziehen. Dann gut mit einem Tuch und Spiritus reinigen und wieder einschieben. WD40 ist schlecht für Gummis. Ein hängender Steuerkolben braucht nicht gleich eine Überholung des MT und wenn halte ich nur von Bosch Classic etwas.
Wenn Deine Luftschraube so weit auf ist, dann drehe sie halt rein, bis die Leerlaufdrehzahl stimmt. Das solltest Du aber erst dann tun, wenn der MT wieder richtiges Gemisch liefert und dann Drehzahl und Leerlauf CO messen und einstellen.
Viele Schraubergrüße - best regards, Volker, Admin und Betreiber
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danke! Das werde ich einmal so machen. Komisch ist das Ganze allemals noch, da der Kolben ja nicht hängt, sondern bei gernigem Steuerdruck gut läuft. CO Grundeinstellung werde ich auch mal machen, ich habe die Vermutung, dass aufgrund des verstopften WLRs alles falsch nachverstellt wurde. Was den massiven Druck auf die Scheibe allerdings auch nicht erklären kann. Die wird wenn ich sie loslasse regelrecht "zugeschlagen".
Kann man im Forum ein kurzes Videos als Anhang hochladen?
Grüsse Andy
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- Hannesmann
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wie lässt sich denn deine Stauscheibe bewegen wenn kein Druck mehr im System ist >> nach einer Nacht Stillstand ohne, dass der Motor an war... müsste ganz leicht gehen.
Gruss
Achim
350 SLC Bj 78,
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ja das geht sehr leichtgängig. Allerdings fällt mir da das von Volker oben beschriebene Phänomen auf, dass beim zweiten drücken der Leerweg deutlich zunimmt.
Habe vorhin nochmal einen Versuch gewagt: Mit abgezogenem Stecker am WLR und somit Steuerdruck unter 1 bar, wird die Scheibe beim Startversuch ausgelenkt. Sobald die Heizung am WLR aktiv wird und der Steuerdruck gegen 2 bar steigt (das geht sehr zügig) bewegt sich die Scheibe aus "eigener Kraft" beim Starten keinen Millimeter mehr.
Grüsse Andy
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heißt das, dass die Stauscheibe beim Starten mit 2 Bar Steuerdruck sich nicht mehr aus der Nulllage bewegt? Das lässt sich mit einem normal schwergänigen Steuerkolben kaum erklären. Der würde sich eindrücken lassen und dann nur langsam zurück kommen. Und so ganz ohne Steuerdruck lässt sich alles ganz leicht bewegen? Nicht dass die Lager der Stauscheibe defekt sind.
Wie lange dauert es, wenn Du den Hahn am Manometer schließt, bis sich der Systemdruck aufgebaut hat?
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ich habe nochmals darüber nachgedacht. Nimm den MT ab, biege die Sicherung zur Seite und ziehe den Steuerkolben mal raus und reinige ihn schonend. NICHT KRATZEN! Dann wieder einsetzen und erneut probieren.
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genau! ab 1,8 bar wird die Scheibe nicht aus der Nullage bewegt. Geht nur wenn ich von Hand drücke...(schwer)
Ohne Steuerdruck oder bei unter einem Bar lässt sich alles so bewegen wie es soll. (Mein Gefühl)
Der Haltedruck von 2,8- 2,9 Bar kommt sofort, wenn die Pumpe aufhört zu laufen. Systemdruck messe ich separat im Moment, da die Anschlüsse für den Absperrhahn immernoch nicht passen. Systemdruck baut sich aber auch sofort auf.
Morgen nehme ich den MT mal ab, wo sitzen die Lager?
Grüsse Andy
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Einspritzleitungen und sonstige Spritleitungen ab, dann 3 Schrauben und raus damit. Dann die Klammer für den Steuerkolben zur Seite biegen, den nicht einschieben und mit einer Zange am Zapfen unten packen und ausziehen. DIe Gleitflächen dürfen nicht angepackt werden! Auch nicht unten die Spitze des Zapfens.
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Andy
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die Lager der Stauschibe sitzen auf der Achse im Luftmengenmesser drin. Ist aber selten ein Problem.
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- Hannesmann
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Wenn der Motor nicht läuft/grade ausgemacht und noch der volle Druck im System ist, steht die Stauscheibe auch fest oben an und das ist denn ja auch das Zeichen, dass Druck im System ist. Wer kein Messwerkzeug hat, kann damit so übern Daumen sagen wie gut/lange der Haltedruck ist. Wenn der Motor läuft, müsste die Stauscheibe leichter runter zu drücken sein (ab hier bin ich mir nicht mehr ganz sicher) weil der Systemdruck deutlich höher als der Steuerdruck ist und somit das Auslenken der Stauscheibe leichter geht. Wenn jetzt dein Systemdruck zu niedrig ist, könnte das von dir beschriebene Phänomen auftreten ...?
Ich würde jetzt bei der Systemdruckmessung anfangen ... die hattest du ja noch nicht gemacht.
Gruss
Achim
350 SLC Bj 78,
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ja die Messungen passen, habe da viel zu gelesen. Systemdruck ist bei 5,5 bar, also okay. Was du sagst stimmt, sobald die Pumpe ausgeht wird der Druck auf die Scheibe noch grösser, dann liegt ja der Haltedruck an. Wenn die Pumpe dann wieder eingeschaltet wird sinkt der Steuerdruck, das sollte alles passen so.
Mal eine Frage am Rande, dass erst ab einer Auslenkung von ca 1cm Sprit eingespritzt wird, kann das eine falsche CO Grundeinstellung sein?
Es sollte ja in Ruhelage gerade so kein Sprit mehr aus den Leitungen kommen. Könnte ich ja allenfalls anschauen, wenn die Leitungen sowieso abkommen heute.?
@ Volker, LMM ist trocken, die Tests habe ich gemäss WIS gemacht. Ich achte trotzdem nochmal darauf.
Ich muss mir jetzt Spriritus besorgen, werde berichten. Danke an euch!
Grüsse Andy
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- Hannesmann
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ich hab die CO-Schraube noch nie soweit rausgedreht (links rum), dass das Auto nicht mehr lief. Könnte ich mir aber grundsätzlich vorstellen, dass das geht wenn da jetzt jemand 5 Umdrehungen rausgedreht hat. Einfach mal ausprobieren ob es eine Verbesserung gibt wenn du reindrehst. Stopfen raus und denn mit einem 3er Inbus. Genau einstellen musst du denn sowieso wenn er wieder läuft.
Gruss
Achim
350 SLC Bj 78,
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ich habe schon mehrere Autos gesehen, die nicht mehr ansprangen, weil der Besitzer wild an der Leerlauf-CO Schraube drehte. Diese Schraube verstellt das Gemisch in allen Lastbereichen. Zuletzt mein ehemalig zweiter 300 TE. Der neue Besitzer war ganz deprimiert und glaubte schon, der MT sei hin. Habe ich aber schnell wieder hin bekommen.
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