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Die tatsächliche Geschwindigkeit liegt 5 % über dem vom Tacho angezeigten Wert.

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01 Juli 2026 12:08 #356688 von Uwe E.
Hallo Zusammen,

das Thema finde ich wirklich interessant. Jetzt mal eine (vielleicht doofe) Frage:
Der Tacho ist doch prinzipiell ein analoges Voltmeter, oder? Die Toleranz ist dann doch bezogen auf den Endanschlag des Messbereichs bzw. hier auf Vollausschlag von 260km/h.
Das würde doch bedeuten, dass im unteren Bereich der angezeigte Wert und der tatsächliche Wert stärker auseinanderdriften als im oberen Bereich der Anzeige.
Also bei einer Toleranz von z. B. 2% wäre das bei Endanschlag von 260km/h eine Abweichung von 5,2km/h, d. h. bei einer Geschwindigkeit von echten 20km/h könnte die Abweichung durchaus auch 5,2km/h sein,
was logischerweise zu einem "größeren" Anzeigefehler führt.
Habe ich was übersehen?

Grüße aus Hockenheim,
Uwe

Langeweile.....der Todfeind des Hobbyschraubers :-)

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01 Juli 2026 12:31 #356689 von Quickbiker2012

Hallo,

das ist leider der falsche Abgleich. Dieser 75R Widerstand dient der Anpassung des Stroms durch das verbaute Spuleninstrument und sollte NICHT angefasst werden.

Die Verstärkung sollte man anders anpassen. Was aber soll die Anpassung der Verstärkung bringen?  Dreht man die so hoch, dass es bei hohen Geschwindigkeiten passt, wird es unten ja umso mehr drüber liegen. Wo wollt Ihr die Nadel dann hinstellen? Auf -30 km/h als Nullpunkt? 


 

Hallo Volker,

mag sein, dass der Widerstand nicht geändert werden soll und doch hat die Anpassung zum gewünschten Erfolgt geführt. Und es war auch nicht so, dass das der Tacho hinterher bei 180 passte und bei 30 viel zu hoch lag.

Man sollte natürlich vorher einmal die Geschwindigkeiten durchtesten um zu sehen wo die Abweichung denn tatsächlich liegt (linear oder nur an bestimmten Punkten bzw. ab einer bestimmten Geschwindigkeit). Bei uns war die Abweichung recht linear und die Anpassung des Widerstandes hat zu einer akzeptablen Lösung geführt. Deswegen ja auch die Widerstandsdekade um vorher zu testen ob die Änderung den gewünschten Erfolg bringt, bevor man ansängt zu Löten.

Das ist sicher kein Allheilmittel, hat aber in unserem Fall funktioniert.

Gruß,
Ralf

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01 Juli 2026 13:35 - 01 Juli 2026 13:36 #356691 von M119_Fan
Hi Uwe,

das ist so nicht korrekt, ein Voltmeter würde ja lediglich eine Spannung erwarten. Hier ist es so:

Der Geschwindigkeitssensor liefert _Impulse_ proportional zur Fahrgeschwindigkeit (Deshalb wird zum Testen auch ein Frequenzgenerator benötigt. Die gängigen <50€ Oszilloskope bringen sowas mittlerweile mit). Die Elektronik wandelt die Impulsfrequenz dann in einen Strom bzw. eine Spannung für das Messwerk ( Deutlich Komplexer als ein simples Voltmeter) um. Das Messwerk steuert bzw. bewegt dann den Zeiger.
Daher ist die Genauigkeit nicht allein abhängig vom Messwerk.

Viele Grüße,
Michael
Disclaimer: Das meiste, was ich schreibe, ist "leider nicht ganz richtig".
Letzte Änderung: 01 Juli 2026 13:36 von M119_Fan.

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01 Juli 2026 15:00 #356692 von Uwe E.
Hallo Michael,

grundsätzlich stimme ich dir zu. Die Anzeige der Geschwindigkeit erfolgt jedoch durch ein Drehspulinstrument und das arbeitet mit Spannung. Natürlich beeinflusst die Signalaufbereitung auch die Genauigkeit der Anzeige, aber am Ende wird eine simple Gleichspannung erzeugt, die den Zeiger zum Ausschlag bringt. Anderes Beispiel, ein Strommessgerät zeigt auch nur eine Spannung an, die über einem Messwiderstand (Shunt) abfällt. Der zu messende Strom fließt nie direkt durch das Messwerk. Die Anzeige erfolgt jedoch in Ampere.
Jedenfalls hat das reine Drehspulinstrument von Haus aus schon eine Toleranz, die normalerweise auf den Endanschlag bezogen angegeben wird. Das wollte ich lediglich zum Ausdruck bringen.

Grüße aus Hockenheim,
Uwe

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01 Juli 2026 15:07 - 01 Juli 2026 15:57 #356693 von Dr-DJet
Hallo Leute,

wir reden von der Tachonadel. Diese wird von einem 270° Drehspulinstrument bewegt. Das ist mit dem Gewicht des Zeigers und Gegengewichten durchaus ausgeklügelt und physikalisch anspruchsvoll. Ein normales Drehspulinstrument hat nämlich nur 90°. Gesteuert wird das Ganze von einem Spezial IC. Dieser IC kann durch Beschaltung konfiguriert werden. Er möchte Rechteck Impulse als Eingang - die mit einer Elektronik vorher aufbereitet werden - und liefert als Ausgang einen GEPULSTEN STROM für das Drehspulinstrument. Da es verschiedene Typen von Drehspulinstrumenten gibt, kann dessen Strom mit dem Widerstand an Pin 4 konfiguriert werden. Der ist bei allen mir bekannten VDO Tachos also auch z.B. bei W126 oder Volvo  identisch. Nicht die Höhe des Stroms sondern die Pulsweite des Stroms wird durch andere Widerstände an Pin 8 gemacht. Und nein Ralf, es tut mir leid, deshalb kann ich Deine Methode nicht so stehen lassen. Die ist so etwas wie Ändern der Reifengröße, damit die Anzeige passt, oder Drehen am EHS. Alles Nachzulesen im Datenblatt vom UAF 0115.

Der Zeiger gehört immer auf die unterste Markierung. Bei km/h Tachoscheiben ist das 20 km/h, bei US meist niedriger bei 10 mph. Die Abweichung eines EU Tachos muss bei 0 bis +7% des jeweilig gefahrenen Werts liegen.  In den USA ist es -4% bis +4% um den Sollwert herum. Das muss auch Reifenumfang, -abrieb und Schlupf berücksichtigen. Deshalb sind die k-Werte nicht exakt gemäß theoretischem Reifenumfang sondern leicht darunter.

Die Nadel wird durch das Austarieren mit Gegengewicht von der Schwerkraft unabhängig - zu viel Lack bringt sie aus dem Gleichgewicht. Ohne Rückholfeder müsste sie in jeder Lage stehen bleiben. Den linearen Strom macht der IC. Die Pulsweiten kann man am IC einstellen. ABER: Wenn es unten zu viel und oben zu wenig ist, kann das in der Elektronik nicht ausgeglichen werden. Die Pulsweiten sind halt linear mit den Eingangsimpulsen. Das von Peter geschilderte Problem ist nicht linear ! Dreht man da die Pulsweiten hoch, wird bei ihm unten noch mehr angezeigt.

Der IC steuert außerdem den Schrittmotor an. Dieser ist bei Volvo anders als bei Mercedes-Benz. Zu dessen Konfiguration kann die Division der Schritte aus den Impulsen konfiguriert werden. Dann braucht Mercedes-Benz aber noch viele unterschiedliche Zahnräder für jede beliebige Hinterachse. Zu allem Übel haben sie am 560 SL auch noch zwei verschiedene k-Werte etabliert. Günter hat mit dem späten Tacho verglichen. der anderen k-Wert und andere Schaltmarkierungen hat. Warum ist das so? Fragt Mercedes-Benz ! Wahrscheinlich wollten sie den geringeren Schlupf durch Sperrdifferential beim Schritt von 380 SL auf 560 SL berücksichtigen. Später haben sie das dann wieder angeglichen.

Ansonsten könnt ihr an Euren Tachos basteln, was ihr wollt. Nur empfehlt das dann bitte nicht als die Lösung in der Sternzeit.

Viele Schraubergrüße - best regards, Volker, Admin und Betreiber
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Letzte Änderung: 01 Juli 2026 15:57 von Dr-DJet.
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01 Juli 2026 16:48 #356695 von Uwe E.
Hallo Volker,

danke für die ausführliche Erklärung, wieder was gelernt :-)

Grüße aus Hockenheim,
Uwe

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