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Spezifikationen Motoröl

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22 years 10 months ago #4541 by markus
Hallo Forum,

trotz intensiver Suche in der Bedienungsanleitung meines 280 SL (Bj. 1979) konnte ich keine Angaben zu den freigegebenen Ölspezifikationen finden (API-SF, -SE ...).

Im Forum scheint hierzu bislang auch nichts erschienen zu sein, denn die Suchanfrage warf hierzu nichts aus.

Soviel weiß ich: es sollte ein Mehrbereichsöl und kein vollsynthetisches Öl gefahren werden.

Hat jemand eine Antwort?

Bestehen Bedenken gegen teilsynthetisches Öl?

Grüße,

markus

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22 years 10 months ago #4542 by gerd
Replied by gerd on topic Spezifikationen Motoröl
Am besten ein mineralisches Mehrbereichsöl ca. 20W50, wenn Du wenig fährst und jährlich wechselst, brauchst Du auch kein besonders teures, achte einfach auf die Mercedes Freigabe.
Der 280er ist da nicht empfindlich. Grundsätzlich ist öfter wechseln mit billigen Ölen besser als lange fahren mit teuren Ölen.

Synthetische Öle eher nicht, bei Alu V8 sind auch vollsynthetische Öle möglich.

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22 years 10 months ago #4543 by markus
Replied by markus on topic Spezifikationen Motoröl
Hallo Gerd,

leider habe ich nichts über von Mercedes freigegebene Öle für den SL gefunden und auf den Kanistern steht nur manchmal drauf, daß es für Porsche, VW o.ä. freigegeben ist.

Meist findet man nur die Abkürzungen, die ich aber zum SL noch nicht zuordnen konnte.

Grüße,

Markus

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22 years 10 months ago #4544 by Charly
Replied by Charly on topic Spezifikationen Motoröl
Hallo Markus,

vielleicht hilft dir diese Liste weiter:

www.whnet.com/4x4/oil.htm

Gruß Charlyl

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22 years 10 months ago #4545 by Jean
Replied by Jean on topic Spezifikationen Motoröl
Moin Mädels,

Ich selber verwende für moderne Fahrzeuge, ab Bj. 1990 nur Synthetiköl, 5W40 oder 10W50
Meine Oldtimer fahre ich mit Mineralöl 15W40 und habe nur positive Erfahrungen gemacht.

Die meißten Autofahrer wissen mit dem Wort Viskosität nichts anzufangen. Anders als den Laien sind den Fachleute natürlich Bezeichnungen wie SAE 0W-30 oder SAE 5W-40 geläufig. Sie wissen, dass SAE die Abkürzung für Society of Automotive Engineers (Vereinigung von Ingenieuren im Automobilbereich) ist.

Die Zahlen vor dem W beschreiben die Fließeigenschaft von Ölen bei Minustemperaturen, daher oft als Winterviskosität bezeichnet. Die Ziffern nach dem W charakterisieren die kinematische Viskosität bei 100 °C - auch Sommerviskosität genannt.

Bei der Diskussion über Longlife-Öle spielt jetzt ein dritter Viskositätswert eine bedeutende Rolle: die HTHS-Zahl. HTHS steht für High Temperature High Shear, also für hohe Temperaturen und hohe Scher-Beanspruchungen, wie sie in Lagerschalen von Motorwellen auftreten.
Dieser Wert kennzeichnet die Schmierfähigkeit bei 150 °C in einem Spalt zwischen einem rotierenden Zylinder und dem Gehäuse. Gemessen wird das sogenannte Schergefälle, das sich als das Verhältnis von Spaltdicke zu Drehzahl definiert. Herkömmliche Motoröle haben einen HTHS-Wert über 3,5 mPas (Milli Pascal Sekunden).

Anforderungsprofil für Otto- und Diesel-Öl

Die ACEA (Association des Constructeurs Européens de l Automobiles) beschreibt in ihren Spezifikationen die Mindestforderungen an Motorschmierstoffe. Die Buchstaben-Zahlen-Kombination gibt Aufschluss über den Einsatzzweck der Öle. Der Buchstabe A kennzeichnet die Ottomotorenöle, B die Pkw-Dieselöle und E die Nutzfahrzeug-Diesel-Schmierstoffe.

Mineralöle
Mineralöle sind die am längsten bekannten und eingesetzten Grundöle. Anfänglich wurden reine Mineralöle als Motoröl verwendet. Seit etwas einem halben Jahrhundert werden Additive zugegeben, wodurch die Leistungsfähigkeit der Motoröle drastisch gesteigert werden konnte. Mineralöle sind von Natur Einbereichsöle und relativ einfach und kostengünstig herzustellen.

Synthetiköle
Wie Mineralöle werden auch Synthetiköle aus Erdöl hergestellt, nur das Herstellungsverfahren ist aufwendiger und teurer. Synthetiköle bringen von Natur aus bereits eine Mehrbereichscharakteristik mit, weshalb mit dem Einsatz von Viskositätsindexverbesserern wesentlich sparsamer umgegangen werden kann. In der Schmiersicherheit und im Kaltfließverhalten sind synthetische Öle Mineralölen gleicher Viskosität deutlich überlegen.

Teilsynthetische Öle
Teilsynthetische Grundöle gibt es nicht, wohl aber fertig einsatzfähige teilsynthetische Motoröle. Diesen Ölen wurden zur Verbesserung gewisser Eigenschaften und der Qualität zum mineralischen Grundöl noch synthetisches Grundöl zugegeben.

Es versteht sich vielleicht ja von selbst, dass ein optimales Öl für einen Lkw-Dieselmotor sicherlich ganz anders aussieht als eines, das für einen Sportwagen ausgelegt wurde. Aber selbst ein Öl, das in einem Sportwagen hervorragende Dienste leistet, kann ungeeignet für ein Motorrad sein. Es kommt allein darauf an, was genau im Motoröl drin ist und in welcher Konzentration. Grundsätzlich besteht ein Viertaktöl zu ca. 75 bis 95% aus Grundöl und zu ca. 5 bis 25% aus einem Gemisch verschiedenster Additive, dem eigentlichen Leistungspaket. Als Faustregel kann man sagen: Je höher der Additivanteil im Grundöl, desto höher die Ölqualität - und leider auch der Preis. Im Viertaktmotor werden über das "blow by", also einem normalerweise geringen Anteil der Verbrennungsgase, die während der Verbrennung an den Kolben vorbei in das Kurbelgehäuse gelangen, mit diesen heißen Abgasen unverbrannter oder nur teilweise verbrannter Kraftstoff, Wasser aus dem Verbrennungsprozess, saure und aggressive Verbrennungsprodukte usw. in das Motoröl eingetragen. Um mit diesen Verbrennungsprodukten fertig zu werden, müssen Additive dem Grundöl zugegeben werden.

Das Öl sollte grundlegende motorische Anforderungen erfüllen (API- oder ACEA-Spezifikationen)

Das Öl sollte höchste Schmiersicherheit bei thermisch höchsten Beanspruchungen sicherstellen

Das Öl sollte eine hohe Verdampfungsstabilität aufweisen
Das Öl sollte höchste Scherstabilität aufweisen
Das Öl sollte einen möglichst hohen natürlichen Viskositätsindex aufweisen
Das Öl sollte nicht zu dünn sein
Das Öl sollte nicht zu dick sein
Das Öl sollte eine gute Kupplungsverträglichkeit aufweisen
Das Öl sollte keine Reibwertminderer enthalten


Nun sollte jeder wissen welches Oel er verwendet.

Gruß Jean

Wir sind nicht nur für das verantwortlich was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.
(Jean Baptiste Moliere)

Stammtisch Zeven/Nordheide für alle klassischen Mercedes-Benz
jeden 3. Samstag
im Monat ab 15.30 Uhr in Appel

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22 years 10 months ago #4546 by ThomHolger
Replied by ThomHolger on topic Spezifikationen Motoröl
Moin Jean,

dann kannst Du mir bestimmt Folgendes erklären: je größer die Zahl beim W desto höher die Viskosität. Wieso hat dann die kalte Viskos. eine kleinere Zahl als die heiße. Da der Verbrauch beim Kaltbetrieb höher ist spricht das doch für eine höhere Viskos. des kalten Öls!?

Und zur ursprünglichen Frage, bei mir ist 10W40 drin. Irgendwo im Forum gabs auch was zu den Normen für MB. Ansonsten auf der WIS. Ich kenn da einen anderen 300er, der mit 5W40 bei über 200000km auch sehr schön läuft - bislang.

Gruß
Holger

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22 years 10 months ago #4547 by markus
Replied by markus on topic Spezifikationen Motoröl
@ "Dr." Jean
Danke für deinen ausführlichen Bericht, der mein Wissen um Viskositäten zwar bestätigt, mir aber immer noch nichts über die Freigaben von MB gesagt hat.

Nicht, daß es hier um irgendwelche Regressansprüche gegen MB geht, wenn ich ein 5W40 oder ein 10W50 fahre, daß nicht freigegeben ist. Ich wollte halt nur mal wissen, welche Spezif. freigegeben sind.

@ThomHolger
Glaub mir, ich habe verschiedene Suchbegriffe zu diesem Thema eingegeben (wie es sich gehört), aber trotzdem nichts hierzu im Forum gefunden. Die CD habe ich momentan nicht zur Hand, werde aber mal nachschauen.

Vielleicht kommt ja noch ein Hinweis.

Grüße,

markus

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22 years 10 months ago #4548 by Cashman4
Replied by Cashman4 on topic Spezifikationen Motoröl
Hi,

für normale PKW- Otto Motoren solltest Du auf eine Freigabe nach MB Blatt 229.1 achten siehe auch Motorenöle

CU Cashman

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22 years 10 months ago #4549 by gerd
Replied by gerd on topic Spezifikationen Motoröl
Markus mach Dich nicht verrückt, Du kannst jedes gute Markenöl verwenden, für alte Motoren halt mineralisches am besten 20 W50, unter W20 ist nur ratsam wenn Du auch im Winter fährst.
Nimm Castrol, Mobil, Shell oder eine andere gute Marke dann bist Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Wcihtig ist daß Du einmal im JAhr wechselst, am besten vor dem Einwintern, alles was Du mehr tust ist rausgeschmissenes Geld.

Gruß
Gerd

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22 years 10 months ago #4550 by markus
Replied by markus on topic Spezifikationen Motoröl
Hallo zusammen,

Scheint doch nicht so einfach zu sein, meine Frage.

Habe wieder zwei Stellen abgeklappert bei der Suche nach den freigegebenen Spezifikationen für das Motoröl.

1. WIS, 151.15/1
Toll beschrieben, wies geht. Nichts dazu gesagt, was rein darf.

2. Tabellenbuch PKW Dezember 1978, S. 62
"Motorenöl siehe Betriebsstoff-Vorschriften Blatt 226 und 227.1"
(Verbrauch auf 100 km: 0,25 l sind normal)

Laut Informationen von Cashman4 ist das Blatt 229.1 das Richtige.

Ich glaub, ich nehm kalt gepresstes Olivenöl.

Späte Grüße,

markus

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22 years 10 months ago #4551 by Schubert
Replied by Schubert on topic Spezifikationen Motoröl
Hallo Markus,
über Api und Viskosität hast Du ja schon alles gehört.
Und hier noch ein Tip über die Klassifikation d.h. wie gut ist das Öl und welches soll ich nehmen.
Schau auf den Kanister da steht z.B Api SF - Der Buchstabe nach dem "S" steht für die Qualität. Je höher der Buchstabe im Alphabet um so besser das Öl.
Für unsere Motoren ist Öl der Klasse SF, und SG gut zu vertragen.
Also bitte kein Olivenoel nehmen.
Gruß
Raimund

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22 years 10 months ago #4552 by Oliver107
Replied by Oliver107 on topic Spezifikationen Motoröl
Es soll Leute geben, die mit dieser Frage ihre Doktorarbeit geschrieben haben...

Ich halte es ähnlich wie Gerd: Man kann im Prinzip jedes angebotene Mehrbereichsöl verwenden. Schaut Euch mal die im Supermarkt angebotenen Billig-Öle (5l zu 9,90 Euro) an. Auf allen steht im Kleingedruckten die Freigabe aller großen Automarken und fast immer auch "Mercedes-Benz Blatt 229.1".

In den letzten Jahren habe ich vom Norma-No-Name-Öl zu 5,90DM bis zum Castrol-Synthetik für 60Euro schon alles ausprobiert (außer "kalt gepresstes Olivenöl"...), ohne jemals irgend einen auch noch so kleinen Unterschied beim Verbrauch/Klang/Fahrgefühl zu merken.

Bin daher wieder im unterern Preissegment angelangt. Der regelmäßige jährliche Wechsel scheint mir weitaus wichtiger zu sein, als die verwendete Marke, bzw. Viskositätsklasse.

Im übrigen: Glaubt Ihr im Ernst, Ihr kriegt von Castrol/Shell/Mercedes bei einem Motorschaden unter Hinweis auf das verwendete Öl auch nur einen müden Cent? Das klappt vermutlich noch nicht einmal bei neuen Fahrzeugen.

Deshalb: Keine wissenschaftlichen Abhandlungen bei diesem Thema (hab sie aber hier trotzdem mit großem Interesse gelesen!), sondern altes Öl raus, neues rein und fertig!

Grüße aus Stuttgart

Oliver

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22 years 10 months ago #4553 by bstaiger
Replied by bstaiger on topic Spezifikationen Motoröl
Zu Ollis Kommentar kann ich nur sagen:

So isches!

Zu beachten wär noch folgendes: Alte Motoren (mit mineralischem Öl betrieben) haben immer Ablagerungen. Wird also plötzlich vollsynthetisch verwendet, kann es durch die Additivierung zu Ablösung nämlicher kommen, die dann schlimmstenfalls Ölkanäle verstopfen.
Wird mineralisches verwendet, passiert also in jedem Fall nix. Will man jetzt partout synthetisch verwenden, empfiehlt es sich, die Maschine mittels mehrerer Öl- und Filterwechseln in Abständen von 1-3000km zu spülen.

Ist aber im Grunde unnötig, ein billiges 15W40 (oder meinetwegen 20W50) tuts für unsere ollen Motoren völlig. Jedes Baumarktöl hat diese alten MB Freigaben.

Gruß Björn, der in seine Afrika-Diesel auch schonmal Altöl gekippt hat

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22 years 10 months ago #4554 by
Replied by on topic Spezifikationen Motoröl
Moin,
schon einige Tage her,
20/50 Baumarkt 8 Mark 95. Kumpel der bei Opel gelernt hat meint, "taugt nicht"!
Zwei Tage später bei Opel, (jaja, ich hatte mal einen) sehe ich einen Ölturm aus 5 Liter Kanistern gebaut.
Sonderangebot, 29,95.
Die beiden angebotenen Öle waren in genau gleichen Kanistern vom selben Hersteller mit den gleichen Freigaben....also indentisch.
Gruß Willy

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22 years 10 months ago #4555 by ThomHolger
Replied by ThomHolger on topic Spezifikationen Motoröl
Habe gerade beim Stöbern meine Frage von oben beantwortet bekommen, warum die kalte Viskosität eine kleinere Zahl als die heiße hat, obwohl das Öl kalt dickflüssiger ist. Beide Viskositäten werden ganz anders gemessen und sind daher nicht vergleichbar. Das ist bei Castrol sehr schön erklärt.

Auch interessant ist, dass ein 0W40 bei 150° eine höhere (bessere) Viskosität hat als ein 15W40 - ist dort auch beschrieben. Größere Undichtigkeiten eines 0W-Öls können daher nicht aus dessen niedriger Viskosität stammen, da die im Betrieb minimal auftretende Viskosität höher als beim 15W ist.

Und für die Wintersportler sei noch auf das 5W40 von Castrol verwiesen, das teilsythetisch ist. Ich schätze, das kommt bei mir in kürze rein.

Und zu guter letzt noch die folgende Weisheit: Je niedriger die kalte Viskosität ist, desto leichter fließt das Öl im Stand von den vertikalen Flächen herab, so dass z.B. Zylinder den Schmierfilm nach längerem Stehen verlieren können, was bei den ersten Drehungen beim Start zu höherem Verschleiß führt. Klingt nicht unplausibel, finde ich.

Gruß
Holger[ Diese Nachricht wurde editiert von : ThomHolger am 29-11-2003 12:37 ]

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22 years 10 months ago #4556 by
Replied by on topic Spezifikationen Motoröl
Hi,
da haben wir auch noch die Ölpumpe, die das Zeugs ja irgendwie fördern muss...stell dir vor, das Öl ist so dick wie Honig!
Wann würde das wohl an den Schmierstellen ankommen?
Außerdem ist der ÖLDRUCK in den Lagern Überlebenswichtig.
Gruß Willy

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6 years 11 months ago - 6 years 11 months ago #225038 by Gregor6712
Replied by Gregor6712 on topic Spezifikationen Motoröl
Hallo,

zum Thema Tribologie (Reiblehre) und Öl gibt es viele Doktorarbeiten. Das Motoröl ist das wichtigste für ein Auto. Mit Abstand.

Ein homogenes Öl ohne "menschliche" Veränderungen ist immer zäher je kälter es wird. Am Beispiel eines Butterwürfels: bei 6°C (Kühlschrank) ist das ein sehr harter Ziegel, schon bei etwa 40°C wird es flüssig. Für jeden verständlich, daß die Schmiereigenschaften unterscheidlich sind.

Damit unser Motor möglichst keine Abnutzung hat, muß die Schmierung hydrodynamisch funktionieren. Das ist genau dann der Fall, wenn die Teile sich gar nicht berühren, sondern auf einem Schmierfilm gleiten. Das funktioniert natürlich nur wenn zwei Sachen erfüllt sind: Öl dick genug und die Gleitgeschwindigkeit hoch genug.

Das könnt Ihr Euch an einem anschaulichen Beispiel vorstellen. Ihr wollt auf einer Schotterpiste Wasserski laufen. Dazu wird die Schotterpiste bei -20°C mit 30cm Butter belegt. Egal wie langsam ihr gezogen werdet, ihr berührt niemals die Schottersteine. Dafür klebt ihr regelrecht an der Butter.

Bei +40°C wird die Sache plötzlich anders, die Butter ist flüssig und wenn ihr langsam fahrt schrappt ihr Eure Wasserki wunderschön an den Schottersteinen, egal wie tief ihr in der Butter steht, es nützt nichts. Ihr kommt erst dann auf den Schmierfilm und könnt gleiten, wenn ihr schnell genug gezogen werdet.

So müßt ihr Euch die Kurbelwelle vorstellen (die wichtigsten Lager im Motor). Jetzt arbeiten unsere Motoren sowohl bei -20°C als auch bei ~150°C Öltemperatur (manchmal höher). Das ist ein Bereich den ein normales Öl niemals abdecken kann. Bei kleinen Umdrehungszahlen (Standgas 800/min) bräuchte man ein möglichst dickes Öl. Je wärmer es wird um so dicker müßte das Öl werden.

Für hohe Drehzahlen und niedrige Temperaturen hätte man gerne ein möglichst dünnes Öl, damit die Verluste gering werden.


Dafür hat man Öle entwickelt, die sich je nach Temperatur unterschiedlich verhalten. Das Kürzel 0-W50 kann man auch ausschreiben mit

Öl der Zähigkeit:
"0 bei Kälte" (ich will es so flüssig wie möglich)
"50 bei Wärme" (ich will es so zäh wie möglich)

Die Spanne kann gar nicht groß genug sein und je größer sie wird um so teurer wird das Öl.


Ölwechsel: es ist schlicht falsch nach der Devise "billiges Öl, häufig tauschen" zu fahren. Öl altert praktisch gar nicht, schon gar nicht in einem Jahr. Kauft Euch lieber gutes Markenöl, möglichst großer Spanne und fahrt es ruhig 5, oder sogar zehn Jahre (das macht wirklich nichts).

Viel wichtiger ist es, ab und zu den Motor länger auf Betriebstemperatur zu bringen. Bei der Spritverbrennung entstehen große Mengen Wasser, Temperaturunterschiede lassen auch Wasser ins Öl kommen. Das ist sehr schlecht für den Motor, sowohl für die Korrosion (besonders bei langen Standzeiten der Oldtimer), als auch für die Gleiteigenschaften des Öls. Deswegen muß das Wasser möglichst häufig raus und zwar indem wir es durch das heiße Öl verdampfen lassen (das ist übrigens auch für den Auspuff gut).

Der Öldruck im Motor hat übrigens für den Verschleiß nicht die geringste Bedeutung, solange an den wichtigen Stellen Öl da ist. Das ist der einzige Sinn der Ölpumpe: das Öl überall hin zu bringen wo es benötigt wird. Wenn der Öldruck da ist, kann man sicher sein, daß jede Stelle von Öl versorgt wird.


Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen, hätte aber auch eine Bitte. Ich habe mir zwar die WIS - DVD bestellt, habe sie aber noch nicht. Gibt es irgendwo eine Quelle, wo ich für mein Fahrzeug alle Betriebsstoffe und Filter raussuchen kann, von Bremsflüssigkeit, bis zum Getriebeöl?

Das wird nämlich das erste sein, was wir machen werden am Fahrzeug: alle Betriebsstoffe und Verschleißteile tauschen, die komplette Mechanik auf Herz und Nieren prüfen und dann erst die weiteren Schritte entscheiden. Das Auto hat ein lückenloses Heft bis 120.000 Meilen, aber die letzten 50.000 eben nichts mehr.

Hier noch ein Spruch eines Freundes, ex Marine: "Pussies and weapons work better when well lubricated". Gilt fast immer.

Edith: Darf ich erwähnen daß ich vom LBA zertifizierter Werkstattleiter für Flugzeuge in der Faservebundbauweise und für Kolbentriebwerke bin mit fast exakt 20 Jahren Erfahrung?

Gregor.

Dieses Posting stellt nur meine private, unzensierbare Meinung dar. Es ist
fast sicher, daß diese Meinung völlig falsch ist. Von jeglicher Nachahmung
wird abgeraten, jede Haftung wird ausgeschlossen.
Last edit: 6 years 11 months ago by Gregor6712.

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6 years 11 months ago #225040 by driver
Replied by driver on topic Spezifikationen Motoröl
" Ölwechsel: es ist schlicht falsch nach der Devise "billiges Öl, häufig tauschen" zu fahren. Öl altert praktisch gar nicht, schon gar nicht in einem Jahr. Kauft Euch lieber gutes Markenöl, möglichst großer Spanne und fahrt es ruhig 5, oder sogar zehn Jahre (das macht wirklich nichts)."

Ganz neue Wahrheiten von Gegor, wer sich wohl hier an diese Tipps hält ?

Wolfgang

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6 years 11 months ago - 6 years 11 months ago #225041 by Nichtraucher
Ah, eine Wiederbelebung aus dem Jahr 2003!
Da kann ich Langzeiterfahrung beisteuern!

Der SL den ich seit 1999 besitze, die Honda die seit 2003 in meiner Garage steht, die BMW die ich noch viel länger betreue, klagen noch immer nicht über Motorprobleme wegen des Billigöls.
Der W 202, der über 230000Km von meiner Frau gefahren wurde, ging mit völlig intaktem, nicht rauchendem Motor von uns. Alles Drumherum ging kaputt, Kabelbäume, Türöffner, Fensterheber und so weiter.

Aber trotzdem interessante Einblicke in die Eigenschaften eines Motoröls.

Wenn ich ein "neues" Fahrzeug bekomme, prüfe ich allerdings erst ob es vernünftig läuft ehe ich beginne Schmierstoffe und Teile zu tauschen.

Gruß und schöne Woche
Willy

500SL
Grand Cherokee WJ
Last edit: 6 years 11 months ago by Nichtraucher.

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6 years 11 months ago #225042 by merc450
Replied by merc450 on topic Spezifikationen Motoröl
Moin Moin
Vielleicht könnte es sogar was bringen, nicht immer nur Kurzstrecken zu fahren .
Damit nicht so viel Geruch ,von ,ich nenne es mal Kraftstoff ,die Reibung mindert .
Doktorarbeit des kleinen Mann .
gruß Günter
The following user(s) said Thank You: Gregor6712, Andy200267

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