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Gestrahlte Teile mit vor Grundierung mit Fertan behandeln

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10 years 1 month ago #153016 by sepp450
Hallo!

Habe am Montag einige Teile vom Sandstrahlen geholt (Hauben, Kotflügel, Türen). Macht es Sinn, diese blanken Teile vor dem Grundieren nochmal mit Fertan zu behandeln oder ist das vertane Liebesmühe?

Beste Grüße

Sepp

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10 years 1 month ago #153017 by agossi
Hallo Sepp

Meiner Meinung nach taugt Fertan gar nicht als Grundierung, sondern hat im Gegenteil zur Folge, dass eine anständige Grundierung (2K-Epoxy) nicht mehr so gut haftet.

Wenn Du allerdings lieber einen 2K-Acrylspritzfüller verwendest, ist eine Vorgrundierung mit einer 1K-Phosphatgrundierung (aka "Reaction primer") zu empfehlen.

Rostumwandler haben auf sandgestrahltem rostfreien Teilen nichts zu suchen.

Gruss
Andi

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10 years 1 month ago #153018 by gerd
am besten und preiswertesten ist Phophorsäure (der 5 ltr. Kanister 85% kostet ca 25 Euro) 1:1 mit Wasser verdünnt neutralisiert und phophatiert es den Mikrorost. 20 MInuten bis eine Stunde einwirken lassen, mit Wasser abwaschen, trocknen lassen und dann -wie Andi sagt- grundieren

P ist auch in den meisten Umwandlern enthalten, kostet aber den Faktor 100 und hinterlässt aber keine Rückstände.

Gerade gesandstrahlte Flächen enthalten gerne MIkrorostpartikel der so weit im Blech ist, dass er mit Sandstrahlen nicht weggeht.

Verwende ich seit 20 Jahren mit bestem Erfolg

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10 years 1 month ago #153019 by JE
Ich hab da ne Verständnisfrage?

Bei mir hat der Strahlbetrieb NIE NICH blankes Blech rausgegeben, sondern sofort nach dem Strahlen grundiert, damit sich kein Flugrost bildet, egal, ob Klein- oder Großteil. Sonst müßte man beim Abholen ja Handschuhe tragen, um keine Rost-Fingerabdrücke zu hinterlassen.

Holt Ihr EUre Teile wirklich blank ab?

LG Jens

Gruß Jens (Signature s#cks)

Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage ?

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10 years 1 month ago #153020 by thoelz
Fertan ist ein Rostumwandler und muß nach der Behandlung unbedingt abgewaschen werden. Ist also als Grundierung völlig ungeeignet.

----
Gruß, Thomas

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10 years 1 month ago #153021 by gerd

On 2016-08-31 13:47, JE wrote:
Ich hab da ne Verständnisfrage?

Bei mir hat der Strahlbetrieb NIE NICH blankes Blech rausgegeben, sondern sofort nach dem Strahlen grundiert, damit sich kein Flugrost bildet, egal, ob Klein- oder Großteil. Sonst müßte man beim Abholen ja Handschuhe tragen, um keine Rost-Fingerabdrücke zu hinterlassen.

Holt Ihr EUre Teile wirklich blank ab?

LG Jens


Deshalb behandle ich sie ja mit Phophorsäure, auch das sofortige Grundieren lässt Mikrorostanteile im Material, die nach ein paar Jahren als Lackblase erscheinen, so bin ich auf der sicheren Seite.
Meine 450SL Rohkarosse ist jetzt zum Teil gesandstrahlt, das korrekte Auftragen und Abwaschen der Phosphorsäure hab ich danach "überwacht" damit es auch wirklich passiert. Ich trau da keinem Lackierer, die maches sonst eh das, was sie für richtig halten.

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10 years 1 month ago #153022 by emanresu
Ich habe mein Blech bisher immer unbehandelt vom Sandstrahler geholt.
Und ich nehme Kleinteile im Pappkarton oder große mit Handschuhen entgegen.

Teile an denen ich nach derm Sandstrahlen noch viel zu arbeiten habe, habe ich meist eingeölt. Das stört weniger beim Schweißen, Ausbeulen oder Auflöten/Aufzinnen.

Nach saubermachen mit Silikonentferner grundiere ich dann selber mit 2k Epoxi Zinkstaubfarbe oder 1k Reaktionsprimer - je nach späterer Belastung des Teils.

Beide Varianten können mit minimalen Eisenoxidschichten umgehen. Entweder durch die Opferanode Zink oder die enthaltenen Säuren im Reaktionsprimer.

Grundsätzlich halte ich mich an die Verarbeitungshinweise der Lackhersteller - sie sollten ihre Produkte am besten kennen und bieten typischerweise einen ganzen Zoo an Primern, Additiven und Oberflächenreinigungsmittel an, der zu ihren Produkten kompatibel ist.

Fertan ist eine Gute Sache um rostige Ecken, die man mit Sandstrahlen nicht erreicht am weitergammeln zu hindern. Als Primer für rostfrei Oberflächen würde ich es nicht verwenden - dafür gibt es spezielle Produkte, die das besser können. Wenn Fertan, dann höchsten an den Falzen und Winkel, die dem Sandstrahl unzugänglich waren, nicht jedoch in der Fläche.

Sören

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10 years 1 month ago #153023 by speichenheinz
Hallo Gerd,

dass ich es richtig verstehe, wie bringst du denn die P-Säure auf den Flächen auf, muss die Säure flüssig drauf stehen oder kann sie auch antrocknen?
Wann stellst uns denn mal dein neues SL-Projekt vor?

Grüße

Klaus; 78er, 280SLC, Astralsilber, Leder rot

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10 years 1 month ago #153024 by gerd

On 2016-08-31 16:16, speichenheinz wrote:
Hallo Gerd,

dass ich es richtig verstehe, wie bringst du denn die P-Säure auf den Flächen auf, muss die Säure flüssig drauf stehen oder kann sie auch antrocknen?
Wann stellst uns denn mal dein neues SL-Projekt vor?

Grüße


das Zeug ist wasserklar und auch flüssig wie Wasser, groß antrocknen sollte sie nicht, dann wirkt sie nicht mehr richtig. Also immer wieder mit P anfeuchten und nach ca 20 Minuten bei gesandstrahlten Flächen abwaschen und trocknen lassen, das Material wird dann grau in verschiedenen Schattierungen (Phosphatschicht) Die Oberfläche muss vorher entfettet werden, Verdünner taugt da nichts, am besten eine starke Lauge wie Marineclean

Montag mach ich mal Bilder und stell sie ein!

Gruß
Gerd


de.wikipedia.org/wiki/Phosphors%C3%A4ure [ Diese Nachricht wurde bearbeitet von : gerd am 31-08-2016 16:25 ]

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10 years 1 month ago #153025 by speichenheinz
Hallo Gerd,

danke für den Hinweis, werde das mal probieren...


Klaus; 78er, 280SLC, Astralsilber, Leder rot

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10 years 1 month ago #153026 by gerd
Noch was - wenn es zu flüssig sein sollte, wie bei senkrechten Flächen, kann man es gelartig verdicken mit einem sogenannen Thixotropierpulver (gibts auch bei ebay wie P) Nichts anderes verwenden auch die Hersteller von gelartigen Rostverwandlern, die geben halt gerne noch etwas Farbe hinzu, damits teurer aussieht.

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10 years 1 month ago #153027 by Nichtschwimmer
Phosphatieren wie Gerd es beschrieben hat, macht Sinn weil dadurch Rost in den Poren bekämpft wird und eine etwas weniger korrosionsanfällige Oberfläche geschaffen hat. Fertan würde ich nicht nehmen. Danach mit 2K-EP grundieren. Grds. bin ich kein Freund vom Strahlen, chemische Entlackung und Entrostung ist besser.

Udo

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10 years 1 month ago #153028 by messerfloh
Gerd, ein sehr günstiges Thixotropiermittel ist einfacher Tapetenkleister. Ein, zwei Eßlöffel davon auf nen Liter, je nach gewünschter Konsistenz. Ist eben auch wasserlöslich und somit nach der Phosphatierung gut abwaschbar.


Scheene Griaß
da Floh


450SLC ´75 Silbergrün

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10 years 1 month ago #153029 by gerd

On 2016-08-31 21:19, messerfloh wrote:
Gerd, ein sehr günstiges Thixotropiermittel ist einfacher Tapetenkleister. Ein, zwei Eßlöffel davon auf nen Liter, je nach gewünschter Konsistenz. Ist eben auch wasserlöslich und somit nach der Phosphatierung gut abwaschbar.


prima Idee! Aber, ich weiss nicht, ist es nach einem evtl. Eintrocken auch noch abwaschbar? Manche Mittel (Dispersionsfarbe z.B.) sind ja nach dem Trocknen nicht mehr wasserlöslich

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10 years 1 month ago #153030 by Sandokan500

On 2016-08-31 14:23, emanresu wrote:


Teile an denen ich nach derm Sandstrahlen noch viel zu arbeiten habe, habe ich meist eingeölt. Das stört weniger beim Schweißen, Ausbeulen oder Auflöten/Aufzinnen.



Sören


Du ölst Teile ein an denen du noch schweißen willst?
Gerade Öl würde ich dabei meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Martin

Gruß
Martin

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10 years 1 month ago #153031 by emanresu
Wenn ich länger brauche schon... ist weniger Mühe das runterzuwaschen als irgendwelche stinkigen Primer abzubrennen. Ich nehm dann dünnflüssiges Kriechöl - das stört beim Schweißen nicht. Für Lötarbeiten wasch ich das Teil vorher mit Silikonentferner.

Sören

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10 years 1 month ago #153032 by messerfloh
Ja, Tapetenkleister ist auch nach dem Antrocknen wasserlöslich. Sonst würde man ja keine Tapete mehr runterbekommen Einfach etwas länger einweichen und a bissi schrubben.

Scheene Griaß
da Floh


450SLC ´75 Silbergrün

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10 years 1 month ago #153033 by sepp450
Moin!

Besten Dank für Eure Antworten. Dann werde ich die Teile zunächst mit der Phosphorlösung grundieren.

Danke für Eure Mühen,

Sepp

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10 years 1 month ago #153034 by agossi
Hallo zusammen,

ist Tapetenkleister nicht einfach Weizenmehl...habe ich zumindest so in Erinnerung?

Achtung bei Phosporsäure und 2K-Epoxy: das Zeugs verträgt sich nicht! Die Säure muss zwingend mit einer Lauge neutralisiert werden, also nicht einfach nur mit Wasser abwaschen (Gerd empfiehlt Marine-Clean, es geht auch günstiger mit Natronlauge...).

Das ist auch der Grund, wieso 1K-Reaktionsprimer (Phosphorsäuregrundierung) nicht unter 2K-Epoxy angewendet werden darf.

Aber die Datenblätter der Lackhersteller zu lesen, ist immer eine gute Empfehlung

Gruss
Andi

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10 years 1 month ago #153035 by agossi
Apropos Sören wegen dem Schweissen: ist nicht gerade Zinkstaubfarbe (gibt es ja auch als 2K-Epoxy) besonders als Schweissgrundierung geeignet?

Wie entfernst Du Ölreste vor dem Grundieren?

Gruss
Andi

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