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Wie entstehen eigentlich die Marktpreise (Preislisten) ?
die Frage wurde unlängst bereits gestellt, aber leider nicht beantwortet.
Was ist die Basis z.B. für die in der 107 Klassik gelisteten Marktpreise ?
Die Verkaufsanzeigen - wie schon mal vermutet - können es nicht sein, hier fehlt der Bezug zur Zustandsnote. Und es kann nicht unterschieden werden, was ist reine Wunschvorstellung und wofür kann das Fahrzeug tatsächlich verkauft werden. Bei den Beträgen der Kaufverträge fehlt ebenfalls die Zustandsnote.
Wenn ein Bezug zur Zustandsnote bestehen soll, bleiben eigentlich nur die Wertgutachten. Das würde zu der Tatsache passen, dass die Wertetabellen z.B. von Classic Data herausgegeben werden. Dem widerspricht aber der Fakt, dass die Wertgutachten unserer Fahrzeuge nach meiner Erfahrung deutlich höher liegen als die offiziellen Preise der Wertetabellen. Und die am Markt geforderten - und vermutlich auch erzielten - Verkaufspreise auch.
Beispiel aus den von Marcel geposteten Werten: ein 500SL Zustand 2, Vormopf 80 - 85, 32.600 Euronen. Dafür ist ein wirklich guter 500SL (original oder gut restauriert) nicht zu kriegen. Analog 34.200 für einen 500SL Mopf. Ich habe über ein Jahr nach einem 500er im Zustand 2 gesucht. Alle Fahrzeuge, die in Frage kamen, waren deutlich teurer.
Auch wenn meine Suche jetzt zu Ende ist, es interessiert mich trotzdem:
wie werden diese Werte emitteilt und was sagen sie tatsächlich aus ? Wer weiß Bescheid ?
Kann Marcel ggg. weiterhelfen ?
Viele gespannte Grüße
Wiltrud
Lady One
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Michael
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genau die Frage hatte ich kürzlich aufgeworfen, nachdem mir die Quelle der veröffentlichten Zahlen auch nicht ganz klar ist.
Ich hatte mal gelesen, dass jemand ClassicData angeschrieben hatte mit genau dieser Frage, aber eine eher ausweichende Antwort hielt. CD bezog sich lapidar auf "laufende Markbeobachtungen", gab also nicht mehr preis als das, was man auch auf deren Website nachlesen kann.
Und tatsächlich ist auffällig, dass man immer wieder hört -insbesondere von Kaufinteressenten, die gerade auf der Suche sind- dass die Preisaufrufen der Anbieter die CD-Tabellenwerte meist deutlich übertreffen.
Und selbst in der Preisverhandlung und dem Verweis auf den jeweiligen CD-Wert seien viele Anbieter nicht bereit, noch weiter runter zu gehen - die gegenwärtige Nachfragesituation lässt da wohl manchen Anbieter eine eher halsstarrige Position einnehmen, sofern er nicht zwingend und schnell verkaufen muss.
Wie sich diese Diskrepanz allerdings faktisch erklärt, bleibt so immer noch unbeantwortet ...
Moosi
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genau das ist der Punkt. Kein Verkäufer, der einen wirklich guten R107 hat, wird sich auf die Listenpreise einlassen. Er kann sein Fahrzeug sowieso verkaufen - je nach Höhe der Preisdifferenz zum Listenpreis früher oder später. Auch das zeigt die Erfahrung: gute Autos sind schnell weg.
Gern genanntes Argument des Verkäufers (speziell, wenn Händler): "Wenn Sie mir sagen, wo ich so ein Fahrzeug zum Preis der Wertetabelle finde, ich kaufe es sofort". Und gute 107er sind rar, zumindest am Markt. Wer ein solches besitzt, behält es lieber...
Also was und wem nutzt dann die Wertetabelle ?
Gruß
Wiltrud
Lady One
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Den Käufer kenne ich sogar... hat bereits einen 280 SL und wollte warum auch immer DEN perfekten SL noch dazu haben. Er hat ihn nach monatelangem Zögern nun endlich gekauft - für knapp € 45.000,--. Mir wärs viel zu teuer gewesen, doch er fand keinen günstigeren in diesem Zustand.
Grüße
Michael
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Ich habe, (mal wieder) inseriert, (nur Tausch mit Ausgleich) und wundere mich über die vielen Kaufanfragen. Als Wertvorstellung habe ich 22000€ angegeben. Scheint als müsste ich nachbessern....
Willy
500SL
Grand Cherokee WJ
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classic-tax beschreibt das Prinzip, mutmaßlich in 2012, so (auszugsweise Wiedergabe):
classic-tax aus Bochum betreibt internationale Marktanalyse für Oldtimer, Youngtimer und Liebhaberfahrzeuge. Hierzu besuchen die Mitarbeiter neben Messen und Clubtreffen jährlich mehr als 70 Fahrzeugauktionen im In- und Ausland, werten regelmäßig Fachzeitschriften sowie Internetportale aus und führen Gespräche mit Händlern.
Über mehr als 420 Sachverständigenbüros bundesweit erstellt classic-tax qualifizierte Wertgutachten zur Vorlage bei Oldtimer-Versicherern.
Neben Oldtimerfahrern und -versicherungen gehören zu den Hauptauftraggebern die Fachpresse, Kreditinstitute, Finanzdienstleister und der gewerbliche Handel.
Quelle: www.classic-analytics.de/news/cct_4000_o...se-text_pi_02-12.pdf
Für mich leiten sich u. a. folgende, weitere Fragen ab:
1. Wie (schein-) genau sind Werte von Classic Data und Co?
(In der Dimension von 40.000,- EUR einen Wert auf 100,- EUR genau zu bestimmen heißt auf 0,25 % genau. Respekt!)
2. Für wen sind die Werte von Classic Data und Co in welchem Maße verbindlich?
3. Welcher Bezug besteht zwischen Preis und verfügbarer (Verkaufs-) Zeitspanne?
4. Was mache ich vor einem Schaden und bei einem Schaden, wenn ich der Meinung bin, dass die Werte in den Tabellen praxisfremd sind?
Ich hätte Antworten auf diese vier Fragen und zu weiteren, womöglich sachdienlichen Aspekten, aber das würde den Beitrag verlängern.
Zu 1. kopiere ich auszugsweise meinen Senf aus dem Beitrag über Zulassungszahlen:
Generell stellt sich aber die Frage, ob sich der Fahrzeugmarkt nach Rechenzentren wie vielleicht Classic Data zu richten hat oder Classic Data nach den Geschehnissen am Markt. Offensichtlich ist weder das Eine noch das Andere unmittelbar der Fall. Würde sich der Markt nach z. B. Classic Data richten, würde sich jegliche Anpassung der Platzhalter in den Tabellen erübrigen, da sich die Kästchenwerte mit jedem Fahrzeugverkauf bei richtiger Anwendung zwangsläufig selbst verifizieren würden.
Würde Classic Data den Markt so kennen, wie dies ein professioneller Datenhandel suggeriert, würden die Tabellen nicht so aussehen wie sie aussehen.
Frage 4. halte ich für wichtig und hätte Vorschläge.
Gruß Winni
PS: Wäre es nicht klüger, die Frage an die zu richten, die die Tabellen zurecht basteln?
Am Fragenkatalog arbeite ich gerne mit.
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( wobei viele diesen Markt genauso betrachten ).
Ich meine, daß beim Oldtimer-Kauf ungleich mehr Emotionen mitschwingen und dadurch der Preis etwas in den Hintergrund rückt.
Als Beispiel: Nimm eine normale gebrauchte C-Klasse. Beide Autos sind von km , Ausstattung und Zustand absolut identisch. Nur: Der eine hat schwarzes Leder ( was dir eigentlich besser gefällt ) und kostet 25, der andere hat braunes Leder und kostet 20 .
Ich traue mir Wetten, daß 90 % der Käufer dann das Auto für 20 mit Braunem Leder nehmen.
Bei einem Oldtimer, der in der Regel eh schon eine Luxusanschaffung ist, die nicht wirklich nötig ist und bei der man in der Regel auch noch viel Zeit hat, kehrt sich das ganze meines Erachtens um:
- ich nehme viel Geld in die Hand für Luxus, da muß es schon der sein, der mir zu 100% gefällt
Diese Farb-Combo ist es, auch wenn sie deutlich mehr kostet. Ärgere mich sonst vielleicht die nächsten 10 oder mehr Jahre.
Zudem hat jeder eine etwas differenzierte Auffassung, was für ihn ein guter Zustand ist. Der eine stört sich an leichte Kratzer im Lack und dafür am etwas brüchigen Leder überhaupt nicht oder genau andersherum.
Beim Oldtimer bekommt der Satz " es wird bezahlt, was ihm persönlich das Auto wert ist " eine ganz andere Wertigkeit.
Oldtimerkauf ist aus meiner Sicht kein "Vernunftkauf".
Insofern denke ich, werden wir nie die Marktpreise so genau festhalten können wie bei einem Gebrauchsauto.
Die Preise sind max. eine Richtschnur mit deutlichen Abweichungen nach unten ( leider eher selten ) und deutlichen Abweichungen nach oben.
Peter
Nobody is Perfect ! Ich steh auf den 107er im Amy-Look. Klingt komisch, ist aber so.
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Fakt ist - Mercedes Classic und einige Nobelhändler mit gutem Image können Autos verkaufen zu einem Preis den ein Privatmann oder durchschnittlicher Klassikhändler nie erzielen kann. Die Klientel die die haben schauen nicht in Anzeigen und zahlen lieber mehr bevor sie lange rumsuchen und sich ärgern müssen.
Annoncieren kann man wie man will, ob man bekommt, was man inseriert ist eine andere Sache.
Ich biete z.B. meine 6.3 zu einem Preis von 30-40 T€ weniger an, als dies Mercedes Klassik tun würde. Schaut mal in mobile nach einem 6.3, da werden 60-80 aufgerufen, ob die erzielt werden ist fraglich
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Im Prinzip hat er Recht. Er bezahlt für eine "Dienstleistung ". Das Autohaus über viele Jahre Zeit und Geld investieren müssen, um ein gewisses Renomee zu bekommen.
Wenn das Autohaus sich das vergolden lässt, ist es auch sein gutes Recht.
Nachteilig wirkt sich das leider immer mehr auf uns Normalos aus, weil die Kisten immer teurer und unerschwinglicher werden.
Auf meine Person bezogen ist das beste Beispiel die Pagode:
Ich wollte diesen immer haben. Als ich es mir noch leisten konnte und die Kisten noch bezahlbar waren habe ich nicht zugegriffen aus diversen Gründen.
Dann kam Hausbau und Kinder ( verschieben sich bekanntlich die Prioritäten) und ich konnte auch finanziell hier nicht mehr wirklich mitspielen. Obwohl nicht schlecht verdienend, lebe ich zudem in einer relativ teuren Ecke unseres schönen Landes.
Nachdem die letzte Rate des Hauses überwiesen war, konnte ich wieder etwas mitspielen. Aber die Preise der Pagode sind inzwischen dermaßen abgezogen, daß es für mich unerreichbar ist. Schulden mache ich zumindest nicht für ein Auto.
Wenn ich mir inzwischen ( immer noch etwas verduzt in Anbetracht der Stückzahl der 107er ) die Preisentwicklung der 107er die letzten zwei Jahre betrachte, wird es mir anders.
Und bei den 911er stimmt sowieso gar nichts mehr. Inzwischen legst für einen US SC Targa mit 170 Meilen 50 hin. Wir haben das Auto vor zwei Jahren für etwas ( mit Zoll und Umbau ) mehr als 20 geholt. Ich hab zu meinem Schwager nur gesagt: Verkaufen ! Die Blase muss es irgendwann zerreißen
Peter
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Und Winni, was immer Classic Tax da behauptet, Messebesuche und Clubtreffen sind keine gute Basis für eine Marktanalyse. Siehe Retro Classica, die Preise, die dort aufgerufen werden, sind nur als astronomisch zu bezeichnen. Und bei Clubtreffen werden i.a. keine Fahrzeuge verkauft. Auswertung von Fachzeitschriften und Internetportal sind auch nicht plausibel, bei den Verkaufsanzeigen fehlt der tatsächliche (und nicht der Wunsch-) Zustand der Fahrzeuge und die gedruckten Wertetabellen stammen wieder von Classic Tax oder Classic Data - da schließt sich der Kreis...
Bleiben noch die Gespräche mit den Händlern. Dass aber ausgerechnet die aber so weit vom Markt entfernt sein sollen, kann ich mir auch nicht vorstellen. Und die Fahrzeugauktionen. Wie es da zugeht, weiß ich nicht, ich habe noch nie an einer teilgenommen. Aber nach dem, was ich von der Auktion von Wollis SL mitgekriegt habe (ich wurde bzgl. der Auktion angeschrieben und habe den Beitrag des Ersteigerers gelesen) scheint es hier nicht immer ganz einfach zu sein, sich ein genaues Bild vom Fahrzeug zu machen, eine Besichtigung auf einer Hebebühne ist wohl nicht so ohne Weiteres möglich.... Aus den dort erzielten Preisen auf den Marktwert zu schließen, ist also neben der sehr schmalen Datenbasis auch nicht sinnvoll.
Es bleibt nebulös...
Wiltrud
Lady One
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Hallo Wiltrud,
wie der Markt spielt, das merkt man unmittelbar, wenn man ein Auto kaufen oder eines verkaufen will. Und da könnte es passieren, dass du z. B. ein Jahr lang suchst, die Republik und europäische Länder bereist (mancher kauft am Ende vom anderen Kontinent), viele "Zweier" gesehen hast, die als abgetakelte Leiche jüngst ihre zweite Wiederbelebung erfahren haben, und am Ende womöglich nicht einen wirklich guten, sondern von den vielen schlechten den besten kaufst.
Freilich gibt es auch Perlen, die gefunden werden wollen, und freilich hast du eine Perle. Willst du nun aber diese Perle wieder verkaufen, dann hängt der erzielbare Preis unter anderem davon ab, ob gerade jetzt jemand genau so einen sucht und du den SL somit innerhalb von drei Tagen versilbern wirst, oder ob es eine ganze Weile dauert, bis Anbietende(r) und Nachfragende(r) aufeinandertreffen. Je nachdem, wie eilig du es hast und wie viel Nerven du hast, wirst du dich entweder in der Gewissheit, dass der neue Liebhaber (des Autos) schon lebt, zurücklehnen und im Stressless warten, bis dieser kommt und deinen marktgerechten Preis bezahlt, oder aber, etwa weil du auswandern willst, oder weil das lästige Erbstück 280 SL, mit dem Onkel Theo seit 1982 ab Sindelfingen nur 35.000 km gefahren ist, endlich aus der Hütte muss, denn die will ja auch schnell verkloppt werden (es kommt auf 10.000 hin oder her nicht an, wird eh mit der doofen Verwandtschaft geteilt und je weniger die blöde Inge...) der Verkauf möglichst zügig über die (Hebe-) Bühne gehen sollte.
So kommt denn der renommierte Klassikerspezialist Oldtimer-Geier ins Spiel, der dir mit Scheinen heftigen Wind zufächernd ein einmaliges und nur jetzt gültiges Angebot macht, das entweder mit einem Zuschlag zum Verkauf oder einem Zuschlag, welcher Herrn Geier rücklings niederstreckt, enden kann.
Kurz gesagt: Bei Preisen kann der Faktor Zeit ebenso eine Rolle spielen wie der etablierte Kundenstamm eines Wheeler Dealers, der als persönliche Eigenschaft vielleicht weniger ein besonders ausgeprägtes musikalisches Talent oder eine besondere Begabung zur Malerei in die Waagschale auf dem Markt werfen kann, dafür aber ein Talent, welches als Geschäftstüchtigkeit bekannt und mit dem nicht jede(r) vom Start weg in selber Güte wie Herr Geier ausgestattet ist. Auch das ist in nicht unerheblichem Maße preisbildend und wesentliche Geschäftsgrundlage, Teil des "Businesskonzepts", wie der Akademiker zu sagen pflegt, unseres renommierten Oldie-Traders.
Ob man also den Preis, den man für seinen Stern nach einjähriger Suche gerne bezahlt hat, innerhalb der nächsten zwölf Monate wieder bekommt, steht in den Sternen.
Michael schrieb:
"Bei mir ums Eck wurde gerade ein "schnöder" 280 SL R107 verkauft. Keine besondere Ausstattung, dafür niedriger und originaler Kilometerstand um die 40.000 bei entsprechend neuwertigem Zustand.
Den Käufer kenne ich sogar... hat bereits einen 280 SL und wollte warum auch immer DEN perfekten SL noch dazu haben. Er hat ihn nach monatelangem Zögern nun endlich gekauft - für knapp € 45.000,--. Mir wärs viel zu teuer gewesen, doch er fand keinen günstigeren in diesem Zustand."
Nach monatelangem Zögern. Wie fließt der Faktor Zeit in die Preistabellen ein? Über Auktionen? Möglich. Denn so, wie sich realistische Immobilienpreise ja am besten über die Ergebnisse von Zwangsversteigerungen erheben lassen, so spiegeln denn die Tabellen denn auch Preise wieder, die dann entstehen, wenn du, salopp gesagt, dich morgens zum Verkauf entschließt und abends dein Geld haben willst. (Ja, Auktionen werden im Vorfeld, wie Zwangsversteigerungen auch...schon klar).
Nun denn. Wenn mich als Händler diese Datensammler anrufen, dann will ich den Sesselfurzern natürlich voller Stolz die erzielten Preise einhauchen, an deren Deckungsbeitrag ich mir die Finger so wund gerieben habe, dass es mir schwer fällt, den Telefonhörer zu halten. Und so lege ich entweder, nachdem ich Luft zum whistleblowen geholt habe, dann doch gleich wieder auf, oder ich nenne Werte, zu denen ich jederzeit gerne einkaufen möchte. Zahle bar und hole ab. Eventuell in der Luft schwebende, fiskalisch geprägte Fantasien, welche in die Gestaltung von Kaufverträgen und Zahlungsmodalitäten einfließen könnten, müssten ob der nicht auffindbaren Dokumente außen vor bleiben.
Bei all diesen Wirren schaffen es die Analysten, Tabellen zu kreieren, von denen niemand über die Instanzen hinweg belastbar beweisen wird, dass, anstatt solche Tabellen millionenfach zu drucken, die dafür gestorbenen Bäume besser für einlagiges Klopapier verwendet worden wären.
Liebe Wiltrud, du fragst: Wie entstehen eigentlich die Marktpreise (Preislisten) ?
Ja was denn nun - willst du wissen, wie Marktpreise entstehen? Oder willst du wissen, wie Preislisten entstehen? Du könntest auch fragen, woher ein Hund weiß, wie ein Vogel fliegt.
Für bedeutungsvoller als die Frage, wie man es schafft, mitunter realitätsfremde Daten zu kreieren und diese auch noch scheinbar seriös wirkend verkaufen zu können, wäre für mich die Frage, wie ich es schaffe, dass mir bei einem Schaden Leute, die sich Sachverständige nennen, dahin zu bewegen, dass die in Gutachten einfließende Werte die Höhe des Schadens tatsächlich wiedergeben. Würde beispielsweise Marcels 300 SL abhanden kommen oder auf dem Parkplatz vom Panzer überrollt werden - was Marcel im hypothetischen Fall zum Glück von außen noch filmen und posten könnte - wäre es womöglich besser, anstatt laut Tabelle in der Spalte Zustand 2 (Zustand 1 hatte er vor 29 Jahren und drei Monaten), auf Heller und Cent den mit einer Schärfe von 0,346 % auf hundert Euro genau taxierten Wert in Höhe von 28.900,- EUR einzufordern, sondern, flankierend zu den Spaßdatatabellen könnte es hilfreich sein, das Marktgeschehen selbst ein Stück weit schon im Vorfeld, also jetzt, zu dokumentieren. Dazu gehören Angebote wie der 300 SL aus dem Nachbarbeitrag "300 SL nahezu geschenkt" der mutmaßlich in der Liga Marcels 300 SL spielt und der mit einem Angebotspreis von 99.500,- EUR um exakt 244,2907 % über dem Tabellenwert für Zustand 2 liegt. Wie gesagt, 1 liegt Jahrzehnte zurück und wer meint, dass man mit einem Neuwagen einmal die Erde umrunden könne und dann immer noch einen Zustand 1 hat, der irrt. Nicht alles, was von oben glänzt, von unten keine Roststellen und im Motorraum noch gelbverzinkte Teile glänzen hat, ist Zustand 1.
Doch selbst bei einem fantasiereich als Zustand 1 eingestuftem Fahrzeug wird der mit einer Schärfe von 0,2475 % auf abermals Hundert genau ermittelte Tabellenwert von exakt 40.400,- EUR vom Angebotspreis mit 99.500,- EUR um rund 150 % überschritten.
Es kann hilfreich sein, eigene Daten zu erheben, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Wer könnte dies besser, als dieser Verein hier?
Ich weiß ich weiß ich weiß, das war nicht die Frage und der Beitrag ist wieder einmal mehr zu lang. Doch da er nicht gelesen wird, tritt ein Problem nicht in Erscheinung. Schließlich besteht der tiefere Sinn letztlich darin, dass ich meinen Beitrag selbst lesen kann.
In diesem Sinne oder Unsinne
Winni
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ich habs gelesen und der Beitrag ist tatsächlich zu lang, aber da Sonntag ist sei dir verziehen, da haben wir alle ein bischen mehr Zeit. Du zum Schreiben, und ich zum Lesen
gruß
Arnd
Schrauben macht Spass
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Aber interessant, daß hier die Meinungen relativ gleich sind.
Was ich aber auch immer wieder lese, ist die Reduzierung der 107er auf die jeweilige Motorleistung.
"schnöder 280 SL" "unbeliebter 380 US" etc.
So mancher hat schon Kopfschütteln hervorgerufen, weil er für einen stolzen Preis einen 280 SL gekauft hat. Ich persönlich weiß nicht wirklich, was gegen dieses Modell spricht. Kerniger Sound des Sechszylinders und robuster Motor mit schönem Antritt.
Der 300er wird bestaunt, obwohl er doch schon bei seiner Auslieferung ein ( zugegeben gelungener ) Marketingcoup in Anlehnung an den Ur-300 SL war. Schon damals haben Leute dieses Modell mit dem Gedanken gekauft: " der wird mal was wert " und evtl. etwas mehr darauf geachtet, was natürlich ggf. dieser Ausführung heute zugute kommt.
Wieder andere meinen, nur der 500er ist das einzig wahre, weil der am stärksten Motorisierte.
Und dann kommen noch die ins Spiel, wie meine Wenigkeit, denen die Motorisierung total egal ist.
Wenn das Auto den Zustand, die Farb-Combo etc. hat, wie man sich es vorstellt, dann ist es egal, ob ein 280ger oder 500er oder 560ger. Ich gehöre sogar zu denen, denen US-Ausführungen genauso gefallen, wie die EU Modelle.
Diese unterschiedliche Einstellungen sorgen ebenfalls für komplett unterschiedliche Marktpreise bei ein und dem selben Modell.
Das, was alle etwas eint, ist das Dsign des 107ers als solches, seine ausgereifte Technik und Wertigkeit für die damalige Zeit und die Faszination, das dieses Auto ob seines Zeitlosen Charakters austrahlt.
Im Mercedes Benz Magazin 4/2015 wird auf der Titelseite das neue C-Klasse Coupe so bezeichnet;
.....jetzt schon auf dem besten Weg zum Design-Klassiker.... ! Hä ? Ok, schönes Auto ! Wenn ich ihn mir seitlich anschaue, erinnert er mich aber an den Honda CRX aus Anfang der 90ger.
Von einem einzigartigen Design wie der 107er ist er wohl Lichtjahre entfernt
Peter
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Nicht verkaufen, Willy !! Das wäre noch zu früh...On 2016-01-23 16:27, Nichtraucher wrote:
Hmm,...scheint wirklich was dran zu sein.
Ich habe, (mal wieder) inseriert, (nur Tausch mit Ausgleich) und wundere mich über die vielen Kaufanfragen. Als Wertvorstellung habe ich 22000€ angegeben. Scheint als müsste ich nachbessern....
Willy
Du hast doch ein gutes Händchen dafür, welche Schätze man horten sollte. Dass die Vormöpfe den Möpfen bald den Rang ablaufen werden, war zumindest mir schon länger klar. Und Du hast dabei sogar die Topmotorisierung! Mit Florett RS und CB 750 zeigst Du uns ebenfalls Deine Fähigkeiten zur Weitsicht.
Da die Spritpreise wohl absehbar nicht mehr astronomisch steigen sollten und ein rentabler Zinsanstieg ebenfalls in weite Ferne gerückt ist, stehen die Zeichen doch gut für uns. Warum jetzt verkaufen?
Grüße
Michael
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verkaufen will ich ja auch nicht, der Wagen kam im Tausch und wahrscheinlich geht er im Tausch. Wenn ich verkaufen wollen würde, tät ich das aber jetzt, denn keiner weiß was die Zukunft bringt. Jetzt bin ich noch ganz rüstig, wer weiß was in 5 oder 10 Jahren ist.
Mit Honda und Kreidler hatte ich Glück, die bleiben aber auch nicht ewig.....mir geht immer noch eine Enfield im Kopf herum,...oder doch mal eine Harley? Das Alter habe ich ja nun......
Gruß
Willy
500SL
Grand Cherokee WJ
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Willy, wenn wir 70 sind werfen wir unsere ollen SL meistbietend auf den Markt.
Das eingestrichene Kapital hauen wir dann auf den Putz.
Bis dahin genießen wir den SL und die m.E. nicht fallenden Marktwerte!
Gruß
Marcel
Gruß Marcel
300 CE-24 Bj 7/90
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Es gibt noch einen Einflussfaktor auf den Preis, den ich bisher nicht erwähnte: das Land, in dem der SL zugelassen war. Man mag zu den US SL stehen wie man will, sie umgebaut oder nicht gut finden oder nicht: beim Preis liegen rein deutsche Fahrzeuge, die nie exportiert wurden, ganz oben. Weit vor US-Fahrzeugen und Japan-Importen. Vielleicht liegt es dran, dass rein deutsche SL recht selten (zu haben) sind.
Getoppt werden sie allerdings regelmäßig von einer Klasse von Exportfahrzeugen: denen aus der Schweiz. Ich weiß nicht, woran es liegt, ggf. an der regelmäßig durchzuführenden Abgas- Untersuchung, die km Leistungen absolut nachvollziehbar macht, jedenfalls sind Schweizer Fahrzeuge recht begehrt. Meist teurer als alle anderen und: kaum inseriert, schon wieder verschwunden. Egal, wenn der km Stand ein wenig höher ist. Spitzenreiter war einmal ein nicht mal gut ausgestatteter 420er mit 160.000 km, relativ teuer für die Ausstattung, von einer Baufirma angeboten, die das Fahrzeug aufgrund von Schulden quasi zwangsrequiriert hatte: in 1 Woche (genauer am nächsten Wochenende) war es bereits weg.
Der Länderfaktor ist ebenfalls in den Wertetabellen nicht enthalten...
Ich komme langsam zu dem Schluss: es sind wohl eher grobe Richtlinien....
Abgesehen davon ist selbstverständlich jeder SL vom Design her ein wunderschönes Fahrzeug, ich finde sie alle ganzeigen toll - wenn ich mich auch als 8Zylinder Fan outen muss. Der Sound, der Antritt... Ich könnte süchtig werden...
Wiltrud
Lady One
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Es gibt noch einen Einflussfaktor auf den Preis, den ich bisher nicht erwähnte: das Land, in dem der SL zugelassen war. Man mag zu den US SL stehen wie man will, sie umgebaut oder nicht gut finden oder nicht: beim Preis liegen rein deutsche Fahrzeuge, die nie exportiert wurden, ganz oben. Weit vor US-Fahrzeugen und Japan-Importen. Vielleicht liegt es dran, dass rein deutsche SL recht selten (zu haben) sind.
Getoppt werden sie allerdings regelmäßig von einer Klasse von Exportfahrzeugen: denen aus der Schweiz. Ich weiß nicht, woran es liegt, ggf. an der regelmäßig durchzuführenden Abgas- Untersuchung, die km Leistungen absolut nachvollziehbar macht, jedenfalls sind Schweizer Fahrzeuge recht begehrt. Meist teurer als alle anderen und: kaum inseriert, schon wieder verschwunden. Egal, wenn der km Stand ein wenig höher ist. Spitzenreiter war einmal ein nicht mal gut ausgestatteter 420er mit 160.000 km, relativ teuer für die Ausstattung, von einer Baufirma angeboten, die das Fahrzeug aufgrund von Schulden quasi zwangsrequiriert hatte: in 1 Woche (genauer am nächsten Wochenende) war es bereits weg.
Der Länderfaktor ist ebenfalls in den Wertetabellen nicht enthalten...
Ich komme langsam zu dem Schluss: es sind wohl eher grobe Richtlinien....
Abgesehen davon ist selbstverständlich jeder SL vom Design her ein wunderschönes Fahrzeug, ich finde sie alle ganzeigen toll - wenn ich mich auch als 8Zylinder Fan outen muss. Der Sound, der Antritt... Ich könnte süchtig werden...
Wiltrud
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