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560SL

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23 years 2 weeks ago #2680 by Nichtraucher
Replied by Nichtraucher on topic 560SL
Hallo zusammen

Auch eine interassante Meinung..

Was haltet Ihr im allgemeinen von Motorumbauten oder Einbau von nicht originalen Motoren in unsere 107er.

Mich würde Eure MEinung interessieren...

Gruss Helmut aus Waldshut-Tiengen

500SL
Grand Cherokee WJ

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23 years 2 weeks ago #2681 by Micha B.
Replied by Micha B. on topic 560SL
Helmut,

ich würde es vom Fahrzeug abhängig machen. Wahrscheinlich mache ich mir keine Freunde mit den folgenden Zeilen, dennoch sehe ich es so:

Als (evtl.) Hochpreisklassiker unter den 107ern werden wirklich nur die absolut originalen Fahrzeuge mit lückenloser Historie und wenig Kilometern/Vorbesitzern in Zukunft in Frage kommen.

Die meisten von uns (ich auch!) begnügen sich damit einen "Gebrauchsklassiker" am Leben zu halten oder ihn im Detail zu verbessern, freilich ohne jede Chance auf ein (Finanz-) Happyend. Der größte Teil unserer SLs dürfte in zwanzig Jahren Geschichte sein oder immer noch ein Schattendasein im Glanz der richtig guten 107er führen.

Ich finde das nicht schlimm, es ist nun mal Realität. Als Fahrer eines solchen SL, der viele Reparaturen und Vorbesitzer hinter sich hat, stört mich ein Umbau hin zu mehr Fashrspaß überhaupt nicht! Ich würde zwar nur Mercedesmotoren verwenden und würde auch nach dem Umbau eine möglichst originale Optik bevorzugen, aber als störend oder gar wertmindernd empfinde ich das nicht (immer bezogen auf die Kategorie "Gebrauchsklassiker"!).

Bei einem wirklichen Spitzenfahrzeug (habe bislang kaum welche gesehen!), käme es für mich auf gar keinem Fall in Frage! Hier sehe ich den Werterhalt (-Verlust) und den Erhalt der Originalität absolut im Vordergrund!

Schlimm am 107er ist eigentlich nur die Masse. Es gibt so viele sehr gute, dass eine Restauration rausgeschmissenes Geld bedeutet. Darum gibt es auch nahezu unbegrenzt viele Fahrzeuge im Zustand 2- / 3+ /3/3-.

Also, akzeptieren wir die Realität und werden mit und nach den eigenen Vorstellungen glücklich!

Gruß Micha

P.S. Engelchen und Teufelchen streiten auf meinen Schultern auch heftig um meinen 380er! Ob es ein 380er bleibt oder ein 380 SL - 5,0 wird, wer weiß!

Die nötige Hardware liegt jedenfalls warm und trocken und harrt dem Ergebnis! [ Diese Nachricht wurde editiert von : Micha B. am 18-09-2003 12:08 ]

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23 years 2 weeks ago #2682 by ogalalla
Replied by ogalalla on topic 560SL
Da gebe ich dir Recht Micha. Jedem das Seine und jedem seine Philosophie! Meinen 380er, 2te Hand habe ich in absolutem Originalzustand mit sämtlichen, lückenlosen Belegen bekommen. Nach langem inneren Kampf habe ich dann das Radio gegen eins mit CD-Spieler ausgetauscht. Ich liebe einfach gute Mucke beim Cruisen. Allerdings schäme ich mich immer, wenn ich auf diesen elekronischen Klotz auf meinem Armaturenbrett blicke. In Gedanken habe ich bestimmt schon 50 x zurückgerüstet....

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23 years 2 weeks ago #2683 by Nichtraucher
Replied by Nichtraucher on topic 560SL
Erfahrungsbericht über den Einbau eines M117968 in einen R 107


Grundlage für den Umbau bildete ein 560SEL von einer Autoverwertung.
Der Wagen war karosseriemäßig in einem schlechten Zustand und nicht fahrbereit. Die Maschine ließ sich lediglich per Anlasser durchdrehen und war aufgrund der fehlenden Kraftstoffpumpe nicht zu starten. Der Kaufpreis war daher relativ niedrig und das Auto wurde von der Verwertung zu mir mit einem Transporter überführt.
Ein komplettes Auto vom Schrott ist denke ich billiger als eine einzeln angebotene Maschine und zudem wirklich komplett (alle Steuergeräte, Differential und viele Kleinigkeiten eben).
Eine weitere wesentliche Grundlage war die eigene Werkstatt mit Hebebühne und vorhandene Kenntnisse im Motorenbau.

Ich möchte nur wesentliche Dinge für den Umbau nennen. Einzelne Arbeitsschritte würden den Rahmen sprengen. Also der Umbau ging folgendermaßen:

Zuerst werden Motor mit Getriebe aus W126 (in einer Einheit) ausgebaut. Ein kleiner, preiswerter hydraulischer Werkstattkran machte sich bei den Arbeiten hervorragend, weil er sehr feinfühlig heben und senken kann.
Am Motor habe ich zunächst die Zylinderköpfe abgenommen und dabei gleich den Zustand von Nockenwellen und Schlepphebeln geprüft diese waren i.O.. Die Grundeinstellung der Ausgleichselemente stimmte aber nicht, dazu brauchte ich später andere Zwischenstücke und das von MB ausgeliehene Einstellwerkzeug. Aufgefallen ist, daß Luftsammler, Ansaugkrümmer und Ansaugkanäle im Zylinderkopf sehr mit Ölkohle verdreckt waren, was wohl von der Abgasrückführung verursacht wird. Die Reinigung/Glättung der Kanäle (incl. Zylinderkopf)mit Fächerschleifkörper an biegsamer Welle war sehr mühselig und zeitintensiv. Die ausgebauten Ventile habe ich in der Drehbank gereinigt und poliert. Die Ventile hatten kaum Verschleiß an den Dichtflächen und waren eigentlich nur sehr hartnäckig mit Ölkohle verdreckt, die ich maschinell mit weichen Fächerschleifkörpern an einer Preßluftspindel entfernt habe.
Die Abgasrückführung habe ich nicht wieder eingebaut, die vorhandenen Unterdruckanschlüsse verschlossen. Die Steuerkette inkl. aller zugänglichen Beruhigungsschienen habe ich erneuert. Die Laufflächen der Zylinder waren trotz ca. 200.000 km Laufleistung der 560er Maschine in beeindruckend gutem Zustand (kaum Laufspuren geschweige denn Riefen erkennbar) Lediglich die Ölkohle am oberen Laufflächenende sowie eine dort vorhandene minimale Kante habe ich vorsichtig per Hand mit feinem Schleifpapier entfernt.
Wenn die 560er Maschine in Top Zustand vorliegt entfällt die bis jetzt genannte Arbeit. Ich würde Sie aber immer machen, außer die vorliegende Maschine ist neu oder nachweislich überholt.


Weil an Motoren und Getrieben zw. 107 und 126 Teile getauscht werden müssen, habe ich zunächst Motor und Getriebe aus dem 107er genommen.
Das Erneuern sämtlicher Dichtungen am 560er Getriebe erwies sich später als unnütz, weil ein W126 Getriebe nicht in einen R107 paßt. Daß es nicht paßt mußte ich bei einem mißglückten Einbauversuch feststellen. Evtl. könnte es passen wenn das störende Stück vom Getriebegehäuse abgeflext wird. (beim 107er Getriebe serienmäßig ausgespart). Ursprünglich wollte ich das 560er Getriebe wegen der etwas anderen Übersetzungsverhältnisse und dem Getriebeüberlastschalter verwenden. Aus dem Risiko heraus, daß neben der störenden Gehäusekante noch andere Dinge nicht passen und der Tatsache, daß mein 420er Getriebe sehr sauber schaltete habe ich dieses verwendet. Vorher habe ich sämtliche Dichtungen (auch von Steuerkolben innen) erneuert sowie den Getriebeüberlastschalter vom 560er Getriebe eingebaut. Dieser Schalter ist sehr wichtig, da er beim Schalten ein Signal an das Zündsteuergerät gibt. Durch Späterstellen der Zündung während des Schaltvorganges verringert sich die Last für die Bremsbänder. Damit es funktioniert, ist also auch das Zündsteuergerät vom 560er notwendig. Das Kugellager am Getriebeausgang habe ich auch erneuert, weil es beim Drehen per Hand fühlbar „gerattert“ hat (geht gegenüber dem Wechseln der Dichtungen einfach).
Den Wandler nahm ich vom 560er Getriebe (andere Teilenummer als der vom 420er) Der Wandler vom 420er hätte sicher auch funktioniert nur daß dieser ggf. eine andere Festbremsdrehzahl hat.

Die beiden Motoren habe ich nebeneinander auf die Zylinderkopfdeckel gelegt, dicke aber nachgiebige Pappe zw. Betonfußboden und Blechdeckel. (Die Deckel bekamen keine Beule)
Jetzt habe ich die Ölwannen komplett getauscht, auch den Ölpumpenansaugflansch und Ölstandschalter. Die Motorträger müssen getauscht werden.
Die Selentblöcke, auf denen der Motor sitzt, habe ich neben sämtlichen Vorderachsgummis vor Motoreinbau erneuert.
Die Wellendichtringe an der Kurbelwelle vorn und hinten wurden auch erneuert.
Der M117.968 hat wegen der höheren möglichen Belastung einen Ölkühler. Den W126 Ölkühler bekam ich mangels Platz nicht in den R107. Der Aufwand, einen 107er Ölkühler nachzurüsten, erschien mir zu hoch. Der Kühler wird ohnehin erst beim längeren Fahren im Vollastbereich wirklich notwendig. Außerdem paßt die W126 Ölfilterkombination im 107-Motorraum nicht. Ich habe daher auch die Ölfilterkombination getauscht (hier sind beim 126er die Abgänge zum Ölkühler dran).
Wegen ähnlichen Gesichtspunkten habe ich auch das 107er Luftfiltergehäuse mit nur einem Schnorchel weiterverwendet. Ich denke das hat selbst bei Vollast und mittlerer Drehzahl kaum Nachteile, wenn überhaupt dann erst nahe der Nenndrehzahl und mit der fährt man äußerst selten. Für Rennzwecke war der Umbau nicht gedacht.


Ein wirklich kostenintensiver Punkt (ca. 2.500DM) waren die 4 Krümmer und die beiden Hosenrohre vom 500SL. Trotz Serienfaxanfrage an viele Autoverwertungen habe ich sie nicht gebraucht bekommen sondern nur neu bei MB. Das entfällt aber beim Umbau von einem 500er R107 ohne Kat.

Dann kam der Tag, an dem der Motor eingebaut und zum Starten bereit war. Viele Freizeitabende hatte ich mit Spaß dafür verwendet. Der Motor lief zunächst wegen nicht korrekter Gemischeinstellung etwas unrund nach korrekter Einstellung aber absolut glatt mit konstantem Leerlauf bei ca. 600/min. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Hosenrohre noch nicht, nur die Krümmer waren montiert. Es handelte sich nur um kurzes Probelaufen die Klangkulisse (im Leerlauf ohne Gasgeben nicht übermäßig laut ) jagte mir Schauer über den Rücken es machte süchtig, diesen Sound zu hören. Zeitlich habe ich über die Wintermonate ca. 3 Monate abends und am Wochenende für den Umbau zugebracht. Wobei sich der kleinere Anteil auf die wirklichen Umbaumaßnahmen bezieht. Mehr Zeit haben die Reparaturmaßnahmen gekostet. Für den Umbau habe ich Neuteile von MB für ca. 4500 DM gebraucht Der SEL hat 2500 DM gekostet. Diesen Betrag habe ich in etwa für den Verkauf von nicht benötgten 126er Teilen wieder bekommen. Einiges davon habe ich noch.
Optisch ist der Motorraum meines jetzt 560SL ECE nicht von einem 500 SL zu unterscheiden (außer die Motornummer)

Ich bin seit dem Umbau ca. 15.000 km mit dem 107er unterwegs und konnte noch keine Überlastungserscheinungen von Fahrwerk und Antriebsstrang feststellen. Die volle Leistung nutze ich eher selten. Ich fahre auch die Serienbereifung mit 15“ Kanaldeckel. Man kann damit sehr schnell unterwegs sein, ohne daß der Komfort leidet. Die Beschleunigung und die souveränere Kraftentfaltung beeindrucken. Besonders bei den ersten Ausfahrten nach dem Umbau ist mir das stark aufgefallen, mit der Zeit gewöhnt man sich dann daran.
Betonen möchte ich, daß eine unabdingbare Voraussetzung für den Fahrspaß und auch für die Sicherheit intakte Fahrwerkgummis, Stoßdämpfer und Lenkgetriebe sind. Und an einem 107er vor MOPF 1985 würde ich den Umbau nicht machen, weil das Fahrwerk gegen über dem neueren doch erhebliche Schwächen hat. Auch bei einem modernerem 300SL gibt es den Nachteil, daß die Hinterachse keinen Momentausgleich hat.

Das Lenkgetriebe habe ich entgegen der oft gehörten Einwände in Eigenregie überholt. Neben den Dichtelementen konnte ich keinen für das mir zu große Lenkspiel verantwortlichen Verschleiß feststellen. Nach genauerer Untersuchung kam heraus, daß das Spiel zwischen inneren und äußerem Teil des Kugelumlauftriebes die Ursache war. Dieses Spiel ist nicht einstellbar und muß (evt. geringfügig weniger aber immer noch zu groß) schon bei Auslieferung des Fahrzeuges vorhanden gewesen sein. Verschleißbedingt kann sich das Spiel nicht derart vergrößert haben. Die Laufflächen an der Spindel waren tadellos.
Ich habe mir vom Kugellagerhersteller FAG größere Kugeln in verschiedenen Abmessungen besorgt und die größtmöglichen Kugeln eingebaut. (der Kugelumlauftrieb darf auf keinen Fall klemmen) Das Lenkgetriebe ist seitdem spielfrei und trotzdem leichtgängig.

Den beschriebenen Sachverhalt kann man prüfen, wenn man die vorhandene Einstellschraube am Lenkgetriebe bewußt so weit herausdreht, daß die Lenkung in Mittellage richtig schwergängig wird (klemmt). Die Vorderachse sollte aufgebockt sein. (Spielprüfung bei stehenden Motor) Die jetzt noch vorhandene leicht mögliche Bewegung am Lenkrad setzt sich zusammen aus einem „federnden Spiel“ rechts und links und dem Spiel dazwischen. Das Spiel dazwischen kam bei mir vom Kugelumlauf und war sehr deutlich feststellbar. Das „federnde Spiel“ ist gar kein Spiel sondern die Betätigung der Steuerventile (das Lenkrad dreht sich beim Loslassen wieder zurück), bei laufendem Motor so nicht mehr fühlbar.


PS: das soll keine Anleitung zum Schrauben sein, nur ein Erfahrungsbericht. Jeder trägt die Verantwortung für das, was er tut.


Gruß,

Dirk

500SL
Grand Cherokee WJ

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23 years 2 weeks ago #2684 by Nichtraucher
Replied by Nichtraucher on topic 560SL
Erfahrungsbericht über den Einbau eines M117968 in einen R 107


Grundlage für den Umbau bildete ein 560SEL von einer Autoverwertung.
Der Wagen war karosseriemäßig in einem schlechten Zustand und nicht fahrbereit. Die Maschine ließ sich lediglich per Anlasser durchdrehen und war aufgrund der fehlenden Kraftstoffpumpe nicht zu starten. Der Kaufpreis war daher relativ niedrig und das Auto wurde von der Verwertung zu mir mit einem Transporter überführt.
Ein komplettes Auto vom Schrott ist denke ich billiger als eine einzeln angebotene Maschine und zudem wirklich komplett (alle Steuergeräte, Differential und viele Kleinigkeiten eben).
Eine weitere wesentliche Grundlage war die eigene Werkstatt mit Hebebühne und vorhandene Kenntnisse im Motorenbau.

Ich möchte nur wesentliche Dinge für den Umbau nennen. Einzelne Arbeitsschritte würden den Rahmen sprengen. Also der Umbau ging folgendermaßen:

Zuerst werden Motor mit Getriebe aus W126 (in einer Einheit) ausgebaut. Ein kleiner, preiswerter hydraulischer Werkstattkran machte sich bei den Arbeiten hervorragend, weil er sehr feinfühlig heben und senken kann.
Am Motor habe ich zunächst die Zylinderköpfe abgenommen und dabei gleich den Zustand von Nockenwellen und Schlepphebeln geprüft diese waren i.O.. Die Grundeinstellung der Ausgleichselemente stimmte aber nicht, dazu brauchte ich später andere Zwischenstücke und das von MB ausgeliehene Einstellwerkzeug. Aufgefallen ist, daß Luftsammler, Ansaugkrümmer und Ansaugkanäle im Zylinderkopf sehr mit Ölkohle verdreckt waren, was wohl von der Abgasrückführung verursacht wird. Die Reinigung/Glättung der Kanäle (incl. Zylinderkopf)mit Fächerschleifkörper an biegsamer Welle war sehr mühselig und zeitintensiv. Die ausgebauten Ventile habe ich in der Drehbank gereinigt und poliert. Die Ventile hatten kaum Verschleiß an den Dichtflächen und waren eigentlich nur sehr hartnäckig mit Ölkohle verdreckt, die ich maschinell mit weichen Fächerschleifkörpern an einer Preßluftspindel entfernt habe.
Die Abgasrückführung habe ich nicht wieder eingebaut, die vorhandenen Unterdruckanschlüsse verschlossen. Die Steuerkette inkl. aller zugänglichen Beruhigungsschienen habe ich erneuert. Die Laufflächen der Zylinder waren trotz ca. 200.000 km Laufleistung der 560er Maschine in beeindruckend gutem Zustand (kaum Laufspuren geschweige denn Riefen erkennbar) Lediglich die Ölkohle am oberen Laufflächenende sowie eine dort vorhandene minimale Kante habe ich vorsichtig per Hand mit feinem Schleifpapier entfernt.
Wenn die 560er Maschine in Top Zustand vorliegt entfällt die bis jetzt genannte Arbeit. Ich würde Sie aber immer machen, außer die vorliegende Maschine ist neu oder nachweislich überholt.


Weil an Motoren und Getrieben zw. 107 und 126 Teile getauscht werden müssen, habe ich zunächst Motor und Getriebe aus dem 107er genommen.
Das Erneuern sämtlicher Dichtungen am 560er Getriebe erwies sich später als unnütz, weil ein W126 Getriebe nicht in einen R107 paßt. Daß es nicht paßt mußte ich bei einem mißglückten Einbauversuch feststellen. Evtl. könnte es passen wenn das störende Stück vom Getriebegehäuse abgeflext wird. (beim 107er Getriebe serienmäßig ausgespart). Ursprünglich wollte ich das 560er Getriebe wegen der etwas anderen Übersetzungsverhältnisse und dem Getriebeüberlastschalter verwenden. Aus dem Risiko heraus, daß neben der störenden Gehäusekante noch andere Dinge nicht passen und der Tatsache, daß mein 420er Getriebe sehr sauber schaltete habe ich dieses verwendet. Vorher habe ich sämtliche Dichtungen (auch von Steuerkolben innen) erneuert sowie den Getriebeüberlastschalter vom 560er Getriebe eingebaut. Dieser Schalter ist sehr wichtig, da er beim Schalten ein Signal an das Zündsteuergerät gibt. Durch Späterstellen der Zündung während des Schaltvorganges verringert sich die Last für die Bremsbänder. Damit es funktioniert, ist also auch das Zündsteuergerät vom 560er notwendig. Das Kugellager am Getriebeausgang habe ich auch erneuert, weil es beim Drehen per Hand fühlbar „gerattert“ hat (geht gegenüber dem Wechseln der Dichtungen einfach).
Den Wandler nahm ich vom 560er Getriebe (andere Teilenummer als der vom 420er) Der Wandler vom 420er hätte sicher auch funktioniert nur daß dieser ggf. eine andere Festbremsdrehzahl hat.

Die beiden Motoren habe ich nebeneinander auf die Zylinderkopfdeckel gelegt, dicke aber nachgiebige Pappe zw. Betonfußboden und Blechdeckel. (Die Deckel bekamen keine Beule)
Jetzt habe ich die Ölwannen komplett getauscht, auch den Ölpumpenansaugflansch und Ölstandschalter. Die Motorträger müssen getauscht werden.
Die Selentblöcke, auf denen der Motor sitzt, habe ich neben sämtlichen Vorderachsgummis vor Motoreinbau erneuert.
Die Wellendichtringe an der Kurbelwelle vorn und hinten wurden auch erneuert.
Der M117.968 hat wegen der höheren möglichen Belastung einen Ölkühler. Den W126 Ölkühler bekam ich mangels Platz nicht in den R107. Der Aufwand, einen 107er Ölkühler nachzurüsten, erschien mir zu hoch. Der Kühler wird ohnehin erst beim längeren Fahren im Vollastbereich wirklich notwendig. Außerdem paßt die W126 Ölfilterkombination im 107-Motorraum nicht. Ich habe daher auch die Ölfilterkombination getauscht (hier sind beim 126er die Abgänge zum Ölkühler dran).
Wegen ähnlichen Gesichtspunkten habe ich auch das 107er Luftfiltergehäuse mit nur einem Schnorchel weiterverwendet. Ich denke das hat selbst bei Vollast und mittlerer Drehzahl kaum Nachteile, wenn überhaupt dann erst nahe der Nenndrehzahl und mit der fährt man äußerst selten. Für Rennzwecke war der Umbau nicht gedacht.


Ein wirklich kostenintensiver Punkt (ca. 2.500DM) waren die 4 Krümmer und die beiden Hosenrohre vom 500SL. Trotz Serienfaxanfrage an viele Autoverwertungen habe ich sie nicht gebraucht bekommen sondern nur neu bei MB. Das entfällt aber beim Umbau von einem 500er R107 ohne Kat.

Dann kam der Tag, an dem der Motor eingebaut und zum Starten bereit war. Viele Freizeitabende hatte ich mit Spaß dafür verwendet. Der Motor lief zunächst wegen nicht korrekter Gemischeinstellung etwas unrund nach korrekter Einstellung aber absolut glatt mit konstantem Leerlauf bei ca. 600/min. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Hosenrohre noch nicht, nur die Krümmer waren montiert. Es handelte sich nur um kurzes Probelaufen die Klangkulisse (im Leerlauf ohne Gasgeben nicht übermäßig laut ) jagte mir Schauer über den Rücken es machte süchtig, diesen Sound zu hören. Zeitlich habe ich über die Wintermonate ca. 3 Monate abends und am Wochenende für den Umbau zugebracht. Wobei sich der kleinere Anteil auf die wirklichen Umbaumaßnahmen bezieht. Mehr Zeit haben die Reparaturmaßnahmen gekostet. Für den Umbau habe ich Neuteile von MB für ca. 4500 DM gebraucht Der SEL hat 2500 DM gekostet. Diesen Betrag habe ich in etwa für den Verkauf von nicht benötgten 126er Teilen wieder bekommen. Einiges davon habe ich noch.
Optisch ist der Motorraum meines jetzt 560SL ECE nicht von einem 500 SL zu unterscheiden (außer die Motornummer)

Ich bin seit dem Umbau ca. 15.000 km mit dem 107er unterwegs und konnte noch keine Überlastungserscheinungen von Fahrwerk und Antriebsstrang feststellen. Die volle Leistung nutze ich eher selten. Ich fahre auch die Serienbereifung mit 15“ Kanaldeckel. Man kann damit sehr schnell unterwegs sein, ohne daß der Komfort leidet. Die Beschleunigung und die souveränere Kraftentfaltung beeindrucken. Besonders bei den ersten Ausfahrten nach dem Umbau ist mir das stark aufgefallen, mit der Zeit gewöhnt man sich dann daran.
Betonen möchte ich, daß eine unabdingbare Voraussetzung für den Fahrspaß und auch für die Sicherheit intakte Fahrwerkgummis, Stoßdämpfer und Lenkgetriebe sind. Und an einem 107er vor MOPF 1985 würde ich den Umbau nicht machen, weil das Fahrwerk gegen über dem neueren doch erhebliche Schwächen hat. Auch bei einem modernerem 300SL gibt es den Nachteil, daß die Hinterachse keinen Momentausgleich hat.

Das Lenkgetriebe habe ich entgegen der oft gehörten Einwände in Eigenregie überholt. Neben den Dichtelementen konnte ich keinen für das mir zu große Lenkspiel verantwortlichen Verschleiß feststellen. Nach genauerer Untersuchung kam heraus, daß das Spiel zwischen inneren und äußerem Teil des Kugelumlauftriebes die Ursache war. Dieses Spiel ist nicht einstellbar und muß (evt. geringfügig weniger aber immer noch zu groß) schon bei Auslieferung des Fahrzeuges vorhanden gewesen sein. Verschleißbedingt kann sich das Spiel nicht derart vergrößert haben. Die Laufflächen an der Spindel waren tadellos.
Ich habe mir vom Kugellagerhersteller FAG größere Kugeln in verschiedenen Abmessungen besorgt und die größtmöglichen Kugeln eingebaut. (der Kugelumlauftrieb darf auf keinen Fall klemmen) Das Lenkgetriebe ist seitdem spielfrei und trotzdem leichtgängig.

Den beschriebenen Sachverhalt kann man prüfen, wenn man die vorhandene Einstellschraube am Lenkgetriebe bewußt so weit herausdreht, daß die Lenkung in Mittellage richtig schwergängig wird (klemmt). Die Vorderachse sollte aufgebockt sein. (Spielprüfung bei stehenden Motor) Die jetzt noch vorhandene leicht mögliche Bewegung am Lenkrad setzt sich zusammen aus einem „federnden Spiel“ rechts und links und dem Spiel dazwischen. Das Spiel dazwischen kam bei mir vom Kugelumlauf und war sehr deutlich feststellbar. Das „federnde Spiel“ ist gar kein Spiel sondern die Betätigung der Steuerventile (das Lenkrad dreht sich beim Loslassen wieder zurück), bei laufendem Motor so nicht mehr fühlbar.


Gruß,

Dirk

500SL
Grand Cherokee WJ

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23 years 2 weeks ago #2685 by gerd
Replied by gerd on topic 560SL
Klasse Bericht Dirk, vielen Dank für Deine Mühe, mein 500er läuft noch super, aber der 560er Motor wartet!

Gruß und viel Spaß mit Deinem Power SL

Gerd

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23 years 2 weeks ago #2686 by Micha B.
Replied by Micha B. on topic 560SL
Dirk,

Deinen Bericht möchte ich gern als Artikel im Magazin einstellen. Hast Du dazu evtl. noch ein paar Fotos?

Micha

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23 years 2 weeks ago #2687 by Dirk
Replied by Dirk on topic 560SL
Wie bekomme ich die Bilder hier rein ? Im JPG Format?

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23 years 2 weeks ago #2688 by Micha B.
Replied by Micha B. on topic 560SL
Dirk,

Artikel und Bilder schickst Du mir per e-mail und ich bringe es online. Die Dateigröße spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Ich kompremiere sie dann schon so, dass die Ladezeiten für den Leser akzeptabel bleiben.

Gruß Micha

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