Select your language

Tacho geht nach Getrieberevision nicht mehr

More
9 years 5 months ago #161830 by Daimlerschwabe
Hallo zusammen,

auf diese Antworten habe ich gewarte!. Ohne die Beobachtung von Frank in Zweifel zu ziehen, bleibt doch die Frage nach der Toleranz. Er hat an einem Tacho mit getauschten Zahnrädern eine Voreilung von 5% festgestellt. Er sagt nichts aus über die Voreilung der Anzeige vor dem Umbau. Er sagt auch nichts darüber aus, wie groß die Toleranz seines Impulsgenerators ist. Da Frank das professionell macht, gehe ich aber davon aus, dass er hier auch mit professionellem Werkzeug arbeitet und sich über dessen Toleranzen im Klaren ist..
Leider finde ich nirgends im Internet eine Angabe über die zulässige Toleranz des Wegstreckenzählers. Lediglich die zulässigen Toleranzen des Geschwindigkeitsmesers kann ich im Internet finden. Danach betrug für Fahrzeuge, die vor dem 1.1.1991 zugelassen wurden ab einer Anzeige von 50 km/h die Toleranz 7% des Skalenendwertes, ab 1.1.1991 wurde die Toleranz auf 10% + 4km/h vom jeweiligen Anzeigewert geändert.
Wie weit das auf die Wegstreckenanzeige zu übertragen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich wollte gerade das Umrechnungsschema von Martin anhängen, dann habe ich gesehen, dass er das selbst schon gemacht hat.
Martin hat hier ein Übersetzungsschema errechnet, das genau den Faktor von 1,6 (Meilen zu km) ergibt.Dass es im Internet Angebote gibt, die vielleicht ein anderes Schema benutzen, das nicht genau den Faktor von 1,6 ergibt mag sein, ich kann das nicht überprüfen. Jedenfalls lohnt es sich hier, ein paar Euro mehr auszugeben und bei einem für seine Qualität bekannten Anbieter zu kaufen, statt bei irgendeinem Billigheimer aus China. (Ich hoffe, das war jetzt keine Schleichwerbung)
Die beiden Zahnräder, die zu tauschen sind, haben 48 und 16 bzw. 40 und 16 Zähne. Um auf den von Frank genannten Fehler von 5% zu kommen, müsste dazu das Zahnrad mit Soll 48 Zähnen 2 bis 3 Zähne weniger, das mit Soll 40, 2 weniger und die mit Soll 16 ca. 1 Zahn mehr haben. Bei gleichem Modul würde das zu einer Änderung des Achsabstandes führen, mit der Folge, dass die Zahnräder entweder klemmen oder nicht mehr richtig eingreifen.
Jedenfalls bin ich der Auffassung, dass bei einem Tausch der Zahnräder nach dem Schema von Martin mit den Teilen des von ihm genannten Herstellers der Fehler der Anzeige nicht verändert wird. Dass sinnvollerweise das Zahnrad mit 12 Zähnen auf der "Motorwelle" auch getauscht werden sollte (ist auch von Herrn Hahn zu bekommen) sei hier nur am Rande erwähnt.
Mein Sohn und ich haben erst bei einer Fahrt durch die Dolomiten anhand der Abweichung der Meilenanzeige gegen ein mitlaufendes GPS-Gerät eine recht große Abweichung fewtgestellt. Einige Zeit später ging dann gar nichts mehr. Beim Ausbau hat sich dann das Motorritzel vollends in seine Bestandteile zerlegt. Vor allem bei Fahrzeugen, die aus dem sonnigen Kalifornien zurückgeholt wurden, soll das normal sein.

Nun aber noch zu Deiner Frage, Volker, nach einer "Umstellung" der Bauteile, die für die Geschwindigkeitsanzeige zuständig sind.
Diese Teile sind der Kondensator zwischen Pin 8 und 13, sowie der Widerstand zwischen Pin 10 und 8 des IC's UAF 2115.
Allerdings muss ich die Frage stellen, wann ist es notwendig, diese Bauteile zu verändern? Beim Umbau des Tachos von Meilen auf km/h ist es auf jeden Fall sinnvoll, eine Skalenscheibe zu verwenden, welche die gleiche Skalierung trägt, wie die Originalscheibe. Das heisst, wo beim Original 100 m/h stand, muss die neue Scheibe 160 km/h zeigen, bei 150 m/h dann 240 km/h.Wenn das so ist, besteht keine Notwendigkeit, an den genannten Bauteilen etwas zu machen. Der Tacho hat dann die Toleranz, die er auch vorher hatte.
Wer nun partout eine andere Skalenscheibe einsetzen möchte, kann natürlich die Geschwindigkeitsanzeige durch Veränderung des genannten Widerstandes auf seine neue Scheibe justieren. Da ich den Tacho meines SL560 längst wieder eingebaut habe und ihn ohne Not auch nicht wieder ausbauen möchte, kann ich nicht sagen, welchen Wert dieser Widerstand aufweist. Aber das ist ja leicht zu ermitteln, wenn der Tacho ausgebaut ist. Um die Anzeige zu justieren, könnte man nun den Widerstand durch ein Poti (einstellbarer Widerstand) ersetzen, und damit die Anzeige justieren. Sinnvollerweise wird man dazu einen Festwiderstand von etwa 75 % des Original mit einem Poti von etwa 50% des Originalwiderstandes in Reihe schalten. Nachdem so die Anzeige justiert ist, kann man die Kombination ausmessen und durch einen Widerstand so nah wie möglich am gemessenen Wert ersetzen.Um den Wert so ganu wie möglich zu treffen, können Widerstände in Reihe oder parallel geschaltet werden.
Darüber, wie man die echte Geschwindigkeit ermittelt und dann am Poti einjustiert, möchte ich mich nicht äussern. Dazu hat sich Frank an anderer Stelle des Forums schon ausreichend ausgelassen.
Wer einen derartigen Umbau vorhat, lässt diesen doch besser bei einem Fachmann machen, der die notwendigen Mittel hat, die "gefahrene" Geschwindigkeit bei ausgebautem Tacho mit ausreichender Genauigkeit zu simulieren und so zu justieren.
Was noch zu erwähnen wäre, dass bei ausgebautem Tacho sämtliche Elkos die zu finden sind, gegen solche gleicher Kapazität (in µF) ausgetauscht werden sollten. Die augedruckte Spannung darf dabei höher sein, als die des Originals, aber auf keinen Fall kleiner. Die Festkondensatoren können in der Regel belassen werden, da sie keiner Alterung unterliegen wie die Elkos, die mit der Zeit austrocknen und damit Ihre Kapazität verlieren oder sogar einen Kurzschuss verursachen können.

Viele Grüße
Eugen
The following user(s) said Thank You: Gullydeckel

Please Log in or Create an account to join the conversation.

More
9 years 5 months ago #161878 by Gullydeckel
Hallo zusammen,

ich musste eine Weile suchen, habe es dann aber doch wiedergefunden. Es wurde ja die Frage nach den Widerständen gestellt. In diesem Beitrag hier:
sternzeit-107.de/de/forum/forum-107/1509...che-geht-nach#143166
Gibt es jede Menge Fotos dazu. Vielleicht hilft das ja jemandem weiter. Bei Ebay Kleinanzeigen werden zur Zeit Kombis angeboten, bei denen der Verkäufer ein Trimpoti an der Stelle eines Widerstandes eingelötet hat. Er bewirbt den Umbau damit, dass sich so jeder seinen Tacho selber einstellen kann.
Vielleicht liegt ja hier die Lösung für die vielen Kollegen, die so einen unsäglichen 85-Meilen Tacho haben.

Grüße Martin

Ich bin jetzt in dem Alter wo ich meine Fehler zugeben könnte - wenn ich welche hätte

Please Log in or Create an account to join the conversation.

More
9 years 5 months ago #161885 by Dr-DJet
Hallo,

ich hatte noch einen älteren Beitrag im Sinn: sternzeit-107.de/de/forum/forum-107/7913...des-420-tachos#70802

Da hat in 2009 schon mal die Widerstandsgeschichte bearbeitet. So wie es aussieht haben wir damit die Widerstaände für 420, 500 (welche Variante) und den 560SL. Damit könnte man ja anfangen. Es bräuchte dann aber noch ein paar Bilder, wo der jeweilige Widerstand ist und wie man den ersetzt. Ich habe leider keinen elektronischen Tacho im SL.

Hat der 450SL 1980 denn nicht noch den mechanischen Tacho? Ich lasse mich da gerne belehren.

Viele Schraubergrüße - best regards, Volker, Admin und Betreiber
Fast alles zu Zündung und Jetronic auf jetronic.org

This image is hidden for guests.
Please log in or register to see it.


Please Log in or Create an account to join the conversation.

More
9 years 5 months ago #161888 by Gullydeckel
Hier sieht man das Poti eingelötet:

This image is hidden for guests.
Please log in or register to see it.



Grüße Martin

Ich bin jetzt in dem Alter wo ich meine Fehler zugeben könnte - wenn ich welche hätte
The following user(s) said Thank You: Dr-DJet

Please Log in or Create an account to join the conversation.

More
9 years 5 months ago #162021 by fkenr
Hallo,

erlaube mir noch einen Hinweis zu den Widerstandswerten.

Jeder Tacho wurde ab Werk genau eingemessen und hat unterschiedliche Widerstandswerte bei gleichen K-Werten.

Bei jedem Austausch / Reparatur von Bauteilen (inkl. Drehspulinstrument) sollte der Tacho neu eingemessen werden.

Die hier aufgeführten Werte sind also nur cirka Werte.

Die Platinen sind zudem je nach Baujahr unterschiedlich bestückt.

Mal hat die Platine zwei Widerstände oder nur einen speziellen "programmierbaren" Keramik-Widerstand.

Gruß Frank (Cabriodoc)



Please Log in or Create an account to join the conversation.

More
9 years 5 months ago #162067 by Daimlerschwabe
Hallo Frank,
das habe ich befürchtet. Die Widerstände sind zwar handelsüblich mit Toleranzen von 1% verfügbar, aber der Kondensator, der in die Anzeige genauso eingeht hat mit Sicherheit eine weit größere Toleranz. Da hilft dann tatsächlich nur ein Abgleich.
Eine Frage: Kannst / möchtest Du zu dem Verhältnis Anzeige zu Impulsfrequenz etwas sagen (für diejenigen, die das Equipment haben) oder bringe ich Dich damit in Verlegenheit?

Viele Grüße
Eugen

Please Log in or Create an account to join the conversation.

More
9 years 4 months ago - 9 years 4 months ago #163396 by guenniguenzelsen
So....auch hier steht noch eine Rückmeldung aus :-)

Zunächst finde ich es klasse, dass das Thema ja hier noch eine interessante Diskusssion fernab von meinem Tachoproblem ergeben hat.

Mir haben Eure Tipps indirekt auch weitergeholfen :-)
Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir hier eine Gleichzeitigkeit ohne weiteren Zusammenhang haben. Tacho im Eimer, Getriebe heil.
Hab beim Gespräch mit dem Chef des Instandsetzungsbetriebes Bezug auf die fachlichen Tipps hier genommen und zum Schluss noch gefragt, ob denn nicht ein Oszilloskop vorhanden sei, um das Tachosignal auf Plausibilität zu prüfen.
Das hat scheinbar zumindest dazu geführt, dass man mich nicht für den elektrotechnischen Vollidioten gehalten hat, der ich in Wahrheit bin und versprach sich der Sache nochmal anzunehmen (obwohl ein Zusammenhang mit der Getrieberevision natürlich nach wie vor ausgeschlossen sei).

Seltsamerweise hat man am Tag drauf plötzlich nochmal eine Probefahrt mit dem Auto durchführen müssen (was ja eigentlich schon fertig repariert zur Übergabe bereitstand). Bei dieser nun plötzlich notwendigen Probefahrt sei man auf der Schnellstraße über eine Bodenwelle gefahren und dabei sei der tacho plötzlich wieder gegangen.

Mag so gewesen sein.
Möglicherweise hat man aber auch einfach nochmal die Verkabelung genau geprüft :-)
Sei's drum...es funktioniert.
Auf der Rückfahrt sind wir auf besagter Schnellstraße über die gleiche Bodenwelle gefahren und der Tacho ist nicht wieder ausgefallen.

Was mich wirklich ärgert: Beim Kauf des Autosist vom Händler zugesichert worden, dass das Getriebe grade komplett revidiert worden sei. Man hat sich als Mercedesspezialist mit Spezialisierung auf Restaurationen dargestellt.
Letztlich war das Getriebe aber immer mäßig im Schaltverhalten und ruppig beim Einlegen des Rückwärtsgangs.
Als es dann losging, dass eine Dichtung nach der anderen versagte, kam der Rundumschlag.

Der Instandsetzer konnte auch genau zeigen, dass das Getriebe nie frische Dichtungen bekommen hat und auch nur 1 oder 2 Beläge getauscht wurden.
Kurzum: Notdürftig funktionsfähig gemacht und dann ab in der Verkauf.
Grade die angeblich durchgeführte Revision führt beim Kauf dazu, dass wir bereit waren einen höheren Kaufpreis zu bezahlen, als eigentlich als Obergerenze geplant.
Was haben wir also gezahlt? Lehrgeld :-)

Das Getriebe ist jetzt übrigens dicht und schaltet butterweich.
Eine ordentliche Garantie (ja Garantie, nicht nur Gewährleistung) gibt's obendrein.

Schönen Restsonntag!
Thomas

Mercedes 560SL | 08/86 | Champagner-Metallic | Brasilbraun
Last edit: 9 years 4 months ago by guenniguenzelsen.

Please Log in or Create an account to join the conversation.

Moderators: RagettiObelix116
Time to create page: 0.132 seconds
Powered by Kunena Forum

We use cookies

Cookies make it easier for us to provide you with our services. With the usage of our services you permit us to use cookies and confim our data privacy policy.
CookieHint and Consent by reDim GmbH (Opens in a new window)