- Posts: 26
- Thank you received: 0
Kaufberatung
ich dachte mir schon, das eine so provokante These Eure Gemüter anheizt!
Nur so machts Spaß
Den Kauf eines Test- und Verbrauchswagens halte ich dagegen für zweifelhaft und eines Enthusiastens eigentlich unwürdig (sorry).
Na ja, so eng seh ich das nicht! Vielmehr spielt hier das Grunddilemma der ganzen Oldiszene rein: Wenn schon ein altes Auto, dann bitte schön im bestmöglichen Zustand! Alles Andere wird mehr oder weniger schief beäugt.
Ich habe immer besondere Symphatie für die, die sich mit den Fahrzeugen die nicht dem Originalzustand entsprechen in die Öffentlichkeit, oder noch besser, auf Treffen trauen.
Oder anders herum, wie einfach ist es doch sich auf den Standpunkt zu stellen nur tiptop (dann meistens auch so wie auf der Datenkarte vermerkt) sei schön und begehrenswert.
Einen goldenen 6.9er mit BBS und Zusatzscheinwerfern finde ich interessanter als silber, leder schwarz und 14 Fuchsfelgen.
Warum ist das eigentlich so? Ist ein Oldi, der die Spuren seiner Jahre stolz im Gesicht trägt plötzlich nicht mehr fahrens-, bzw. liebenswert?
Aufschlußreich für mich (weil wohl in Sachen Altmercedes nicht neutral eingestellt) waren die Reaktionen auf den "guten" 280 SL in grünmetallic mit grünen Leder.
Da hieß es da von (unbekümmerter) fraulicher Seite, den würde sie gerne haben, weil er Patina hat.
Ich überspanne den Bogen jetzt mal, aber beim Flügeltüren SL ist es ja schon inflationär den xten perfekt zurechtrestaurierten in silber, innen rot oder blau, zu sehen. Da wird man doch scharf auf einen angegammelten oder wenigstens eine ungewöhnliche Farbkombi.
Muß ein altes Auto im Zustand gleich/besser als neu sein? Oder geht es hier doch nur ganz profan ums Wettweitpinkeln nach dem Motto: Seht her, mein Auto ist so gut, das es kilometerweit vom gut gefüllten Geldbeutel seines Besitzers kündet!
Es ist zumindest einfacher und man muß sich nicht wegen etwaiger Unzulänglichkeiten rechtfertigen.
...eines Enthusiasten unwürdig. Hmm, bin ich weniger Liebhaber oder Enthusiast, weil ich mir ein Experiment gönne? Weil ich offen zugebe von einer bestimmten Baureihe nicht genug Ahnung zu haben, um gleich mit dem großen Bündel Geldscheine los zu stratzen? Weil ich erst mal für überschaubares Geld fahren, Freude haben und Erfahrungen sammeln möchte?
Zumindest muß der R107 nicht gleich in einem finaziellen Desaster enden, im Vergleich zu W109 oder W100 ist die Technik doch überschaubbar.
Um mich nicht gleich dem Vorwurf auszusetzen, daß ich 4er und 3er nur mag, weil was anderes nicht in Frage kommt (und mir fällt auf da ist System in meiner Auswahl
Da steht ein verlebter 230TE neben einem 200 mit Jahreswagenanmutung (18.xxx km)
ein 300 SEL 6.3 prima im Lack neben einem gleichen Modell das die Spuren des täglichen Kampfes im Pariser Großstadtverkehr mit Würde trägt
und der Spott-450SL hatte bis gestern noch den o.a. 280SL als Widerpart
Sympathy for devil,
Konrad
Please Log in or Create an account to join the conversation.
Gerd
Please Log in or Create an account to join the conversation.
Habe auch alle 107er Kaufberatungen dieser Erde in allen mir bekannten Sprachen gelesen, Laien & Experten befragt, Foren gelesen und nachgedacht...die wirklich interessanten Fragen konnte ich aber erst stellen, als ich wirklich einen eigenen 107er hatte.
In der Verkäufer-/ Käuferpsychologie ist das bereits ein beschriebenes Thema und füllt tonnenweise Diplomarbeiten: Weniger akademisch sagen manche auch: nachher ist man immer schlauer!
Übrigens, probe ich genau das gleiche gerade beim Kauf eines Porsche 911 (Baujahr 85-89). Motto, je länger ich suche, desto unglücklicher werde ich. Also, wenn einer passt, nehme ich den mit. Und, by the way, wenn Ihr denkt einen 107er kaufen ist ein Abenteuer, dann schnuppert mal in den Gebrauchtmarkt für Porsches rein...da gibt es alles zu sehen: Menschen, Tiere, Sensationen...
Viele Grüße,
Joe
Please Log in or Create an account to join the conversation.
jetzt mal ein Kommentar von einem Menschen, der gerade eine dreimonatige Evaluation mit dem Erwerb seines ersten 300 SL abgeschlossen hat:
mir waren drei Dinge wichtig:
1. akzeptable bis gute Substanz, damit sich das Basteln, zu dem ich durchaus willens und in der Lage bin, auf Anbauteile beschränkt (keine Lust auf Schweißen etc.)
2. ein Baujahr zwischen 85 und 89
3. entweder ein 300er oder ein 420er
nicht wichtig waren mir:
1. die genaue Ausstattung (eFH oder Sitzheizung oder nix)
2. die genaue Farbkombination, weil auch meine Frau mitsprechen sollte, denn schließlich soll sie das Auto auch akzeptieren - sie ist da eigen.
Ich habe mir dann vor allem viel Zeit genommen und zunächst mit einem beschränkten Budget begonnen, um mich dann nach und nach hochzuarbeiten. Nach der eingehenden Betrachtung von insgesamt zehn Autos (alles dabei von Sonne bis Sonnenfinsternis) war es dann der elfte. Natürlich ist das letzte Auto dann ein Kompromiß aller denkbaren Eigenschaften. Das Nautikblau glänzt in der Sonne, ist wunderschön und hat ein paar Macken (Hardtop auf dem Holm aufgeknallt, ein bißchen Steinschlag vorne), der Innenraum weist Spuren auf, die mit den Tips aus dem Forum beseitigt werden können, der Motorraum zeigt mir, daß nirgendwo eine Flüssigkeit ausgetreten ist, weil er nicht richtig gereinigt wurde. Ansonsten hat er aber die Checkliste gut überstanden.
Auf diese Weise habe ich, wie ich hoffe, ein Auto, mit dem ich bereits entspannt durch das Hessenland fahre und es als Hobby in einen guten Zustand bringe.
Mein Tip an Kaufwillige ist vor allem der, sich ausreichend Zeit für die Suche zu nehmen und sich bei den Profis, zum Beispiel hier im Forum, Einschätzungen über die "echten" Konsequenzen eines verrosteten Schwellers oder eines suppenden Motors zu informieren. Ich kenne in der Tat einige Personen, die relativ blauäugig zugreifen (Porsche 911 von 1990 für 11000 € --> mittlerweile wieder für weniger verkauft und ähnliche Beispiele).
Bei Beträgen, die durchaus einen erklecklichen Anteil am Einkommen eines Durchschnittsverdieners ausmachen können, geht es meiner Meinung nach nicht ohne Planung.
Insoweit stimme ich nicht der These "Versuchsfahrzeug" zu - denke aber, daß durch ordentliche Planung das Ausmaß schlechter Erfahrungen durchaus auf ein erträgliches und finanziell verträgliches Maß reduzieren lassen.
Mit Grüßen aus Frankfurt
--Micha--
Please Log in or Create an account to join the conversation.
- New Member
-
- Thank you received: 0
Ich denek mit soviel Vernunft wie Du den Kauf Deines 107er angegangen bist, gehen wenige an den Neuerwerb heran.
Aber die Aufzählung von Abt-Hugo gefällt mir, ich denke viele hier im Forum werden sich unter Punkt 2 wiederfinden.
Gruss
Manni
Please Log in or Create an account to join the conversation.
- New Member
-
- Thank you received: 0
hast hier ein Fass geöffnet aber erzählst nicht warum.
Habe so hinter vorgehaltener Hand gehört, was du dir für eine Wuchtbrumme zugelegt hast.....nicht schlecht, trifft auch meinen Geschmack
Martin
Please Log in or Create an account to join the conversation.
- New Member
-
- Thank you received: 0
Martin spricht vom Auto.....
Willy
Please Log in or Create an account to join the conversation.
hast hier ein Fass geöffnet aber erzählst nicht warum.
Habe so hinter vorgehaltener Hand gehört, was du dir für eine Wuchtbrumme zugelegt hast.....nicht schlecht, trifft auch meinen Geschmack
Martin
Ausgangspunkt für meine Überlegung war Folgendes:
Ich wollte (habe inzwischen) mir einen 108/109er zulegen. Auf ein bestimmtes Modell war ich nicht fixiert. Mit rund 10000,- € "Spielgeld" sollte sich ein sehr ordentlicher Zweier beschaffen lassen - dachte ich. Was ich besichtigt habe, hatte alles den Zustand zwei, oder besser - jedenfalls laut Inserat. Die Note drei scheint es nicht zu geben (in der Vorstellung der Verkäufer / im Gegensatz zum 107er). Die Kaufberatung vom VDH ist das einzige, was man an Unterlagen zum Auto bekommen kann. Es ist ein Einstieg, mehr aber auch nicht. Eine Sternzeit 108/109 gibt es auch nicht, Bücher ebensowenig. Die Modelle davor wurden hinlänglich beschrieben, für die Neue S-Klasse hingegen gab und gibt es so gut wie nichts!
Meine Anfrage im 108/109er Forum wurde mit dem Hinweis auf die VDH-Kaufberatung beantwortet (meinen Dank dafür!), aber mehr kam da nicht. Unter diesen Vorzeichen ein Auto zu kaufen, von dem man keine Ahnung hat, ist auch mit ner ordentlichen Portion gesundem Autosachverstand nicht ohne!
So entschied ich mich also mein Limit nicht voll auszuschöpfen und einen vernünftigen, aber keinesfalls perfekten Dreier zu kaufen. Wie zu erwarten stelle ich im Nachhinein das eine und andere fest, habe auch schon ein paar Kleinigkeiten gerichtet und lerne so im Umgang das Auto, bzw. die Baureihe kennen. Auch sind die Leute viel auskunftsfreudiger, wenn man bereits einer von ihnen ist.
Soweit zur Vorgeschichte. Mit diesem Wissen überlegte ich mir dann die Situation zu den häufigen Anfragen hier bezüglich des 107ers und fragte mich, ob das übertragbar ist. Ein paar sehr gute Ansätze sind ja dabei herausgekommen.
Mein Fazit unterm Strich lautet daher: In Zukunft frage ich nach den Fähigkeiten des Kaufwilligen und werde dann unter Umständen zum Kauf eines Probe-/bzw. Kennenlernautos raten. Das ist sicher nicht für jeden ratsam. Man muß sich schon im Griff haben und jede Ausgabe gut überdenken, will man den Wagen ohne oder mit wenig Verlust wieder verkaufen. Die zwischenzeitlich gesammelten Erfahrungen sind aber durch nichts zu ersetzen! In diesem Punkt stimme ich Joe vollständig zu, die wirklich interessanten Fragen kann man erst stellen, wenn man ein solches Auto hat.
Übrigens kommt diese Einstellung nicht aus heiterem Himmel. Ich bin bereits vorher zwei mal so verfahren. Das erste mal wollte ich mir ein Motorradgespann bauen lassen. Eine Solomaschine hatte ich bereits neu gekauft und stellte alsbald allen möglichen Gespannbauern und -Fahrern wichtige (wie ich meinte) Fragen. Am Ende (im Verlauf eines Jahres!) war ich immer noch nicht wesentlich weiter und kaufte mir ein gebrauchtes Gespann zur Probe. Wie sich hinterher rausstellte fragte ich völlig unwichtige Dinge und verursachte bei den alten Hasen sicherlich häufig breites Grinsen. Ich habe in drei Jahren "Probefahrzeugfahren" soviel ERfahrung gesammelt, dass ich heute mit Sicherheit weiß, das ich mein Geld beim Umbau in den Sand gesetzt hätte (immerhin einen Batzen von rund 35 K€!!!).
Das zweite mal bin ich in dieser Weise in den Segelsport eingestiegen. Auch da sammle ich mit einem gebraucht günstig erworbenem "Probefahrzeug" wertvolle Erfahrungen, die mir irgend wann bei der Entscheidung für die für mich richtige Yacht sehr hilfreich sein werden.
Aus meiner Sicht ist der direkte Weg daher nicht immer der beste Weg. Der kleine Umweg hat sich für mich schon einige Male ausgezahlt!
Micha
Please Log in or Create an account to join the conversation.
- strich-acht
- Offline
- Senior Member
-
- Posts: 952
- Thank you received: 0
dabei kennst du doch den wo die Kaufberatung geschrieben hat...
trotzdem oder gerade deswegen keinen 108
michael
/8ungsvoll
Michael
Please Log in or Create an account to join the conversation.
- schrauberlehrling
- Offline
- New Member
-
- Posts: 2
- Thank you received: 0
On 2004-08-03 12:16, Zyklone wrote:
Hallo,
also, ich hole mal etwas weiter aus. Für mich stand schon immer fest, ich möchte ein Cabrio haben.
Allerdings musste ich wegen meiner langen Ausbildungszeit und den damit verbundenen finanziellen Gründen darauf verzichten.
Endlich finanziell möglich musste ich mich nun entscheiden. Neben dem 107er, der mich schon in meiner Kindheit fasziniert hat, war ich auch gegen einen Audi Cabrio (Vernunft) nicht abgeneigt.
Ich habe zwar einen technischen Beruf erlernt, aber im Bereich der Elektrotechnik und nicht in Kfz-Technik. Der Audi mit seiner vollverzinkten Karosserie und der neueren Technik wäre sicherlich das für mich einfachere zu wartende Auto gewesen.
Ich habe mir dann doch einen 350er, Bj 02/72 im Dezember 2001 gekauft.
Seitdem habe ich rund 16.000 km ohne größere Probleme zurückgelegt und im April das H-Kennzeichen (weil EZ 04/74) erhalten.
An dem Auto gibt es immer wieder was zum Schrauben. Vieles habe ich schon gemacht, einiges steht noch an wie Heizungslüfter tauschen bzw. reparieren (macht Geräusche), mittlere Frischlüftdüsen lassen sich nicht mehr schließen etc. etc. etc.
Ich will sagen, an dem 32 Jahre alten Auto gibt es immer was zu tun.
Dafür entschädigt so ein Auto beim Fahren.
Zum Glück habe ich zwei Brüder, die vor rund 20 Jahren mal Kfz-Mechaniker gelernt haben. Dort konnte ich früher viel lernen und so heute die wesentlichen Sachen am Auto alleine durchführen. Generell würde ich noch vieles mehr machen, aber dafür fehlt mir einfach die Erfahrung. Manche Arbeiten muss man einfach mal gesehen haben, um sie dann selbst durchführen zu können.
Aus meiner Erfahrung gibt es an einem 107er-Youngtimer selbst im guten Zustand immer anfallende Arbeiten, die über die Wartungsarbeiten hinaus gehen. Wer also die Zeit, die Lust und die technische Veranlagung mitbringt, der ist sicherlich mit einem 107er im dreier Zustand gut bedient.
Hätte ich die bisher anfallenden Arbeiten durch eine Werkstatt ausführen lassen müssen, dann wäre ich sicherlich heute schon eine Menge Geld los.
Gruß
Mario
Please Log in or Create an account to join the conversation.
1. nie mehr als zwei
2. das Auto muss man auch wieder verkaufen können
3. möglichst kein Wertverlust
4. das Auto muss Spass machen, Originalität kann dabei zurückstehen
5. Überschaubare Reparaturaufwendungen, keine Bastelbuden
Bsp. Kauf 111 / 280 SE Cabrio, war eigentlich ein 250er, umgebaut auf 280er, aber falsche Hinterachse, Cabrioumbau mittlerer Qualität, im offene Zustand nicht zu unterscheiden. In dem Zustand hätte ich mir den Originalen nicht leisten können, hatte aber viel Spass mit dem Wagen, wahnsinnig schöne Urlaubsfahrten. Nach Unfall war ein Verkauf mit Gewinn möglich...
W186 300
R107 300SL
W126 300 SE
C190 AMG GTS
Please Log in or Create an account to join the conversation.
wenn jemand hier im Forum nachfragen muß, ist er ja wohl offensichtlich nicht so erfahren auf dem Gebiet, sonst würde er vielleicht Detailfragen stellen, aber sicher nicht das gesamte Auto "fernabfragen" müssen. Ein Profi kann ganz gut selber abschätzen, was machbar ist und was nicht.
Die Regel "Das bessere Auto ist der bessere Kauf" gilt insofern m.M. nach insbesondere für den Laien, der nicht viel machen kann oder will. Wer nicht selber schrauben kann, wird die Ersparnis deftig nachlegen müssen, der Profi natürlich nicht.
Gruß,
Tobias
Beste Grüße,
Tobias
Please Log in or Create an account to join the conversation.